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Vampire


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Elizabeth Bathory
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Bela Lugosi
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Nancy A. Collins
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Vlad Tepes
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Tom Holland
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Poppy Z. Brite
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Barbara Hambly
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  Einen Vampir zu sehen ist eigentlich keine große Sache. In Amerika gibt es mehrere Fledermausarten mit dieser Bezeichnung. Die Echte Vampirfledermaus ist ein eher kleines Tier und der Große Vampir (bis 75 cm Spannweite) ernährt sich nur von Insekten und Früchten. Diese "Vampire" sind also nicht sonderlich beeindruckend und höchstens in ihrer Funktion als Krankheitsüberträger bei Rindern und Schafen, sehr selten auch Menschen, gefürchtet. Doch diese Tiere haben nichts mit dem Mythos des bleichen, schönen Fürst der Finsternis mit seinem guten Manieren und betörenden Charme zu tun, außer dass sich beide von Blut ernähren.
  Es gibt auch eine Krankheit namens "Hämatophilie", bei der die Betroffenen beim Anblick oder Umgang mit Blut sexuelle Befriedigung erlangen. Einige berühmte Mörder werden vermutlich daran gelitten haben, oder besser gesagt ihre Opfer. Vom wohl bekanntesten historischen "Vampir", Vlad Tepes, wird später noch die Rede sein. Weitere "Berühmtheiten" sind wohl Elizabeth Bathory (1560 - 1614), die im Blut von ihr bestialisch ermordeter Jungfrauen trank, damit badete und duschte, weil sie glaubte, damit ewige Jugend zu erlangen. John Haigh ("Vampir von London", 1910-1949) trank das Blut seiner 9 Opfer. Fritz Haarmann tötete seine Opfer durch einen Biss in die Kehle. Die beiden englischen Massenmörder Christie und Gein tapezierten ihr Schlafzimmer mit der Haut ihrer Opfer.
  In den Mythologien gab es auch schon immer Wesen, die man als Vampire bezeichnen könnte. Im alten Griechenland saugten die weiblichen Lamien Kindern, vorzugsweise schönen Jünglingen das Blut aus. In Indien sind die Frauen Opfer der blutsaugenden Gandharven. In den 20er-Jahren des 18. Jahrhunderts kam es in Teilen Osteuropas anlässlich einer Tollwut-Epidemie zu einer regelrechten Hysterie wegen vermeintlicher Vampire. Viele Symptome dieser Krankheit passen zu den Vorstellungen über Vampire.

  Die heutige Form des Mythos begründete zuerst die Literatur und später die Film. In der Zeit der Romantik waren Vampire besonders "in". Noch relativ unbekannt sind John Polidoris Lord Ruthven ("The Vampyre", 1819), der auf einer Idee Lord Byrons basiert und "Carmilla" (1872) von Joseph Sheridan Le Fanu mit einem weiblichen Vampir als Hauptfigur. Aber erst durch Bram Stoker (1845-1912) und seinem von "Carmilla" inspirierten Roman "Dracula" (1897) erreicht der Blutsauger eine gewisse öffentliche Bekanntheit. Sein Vampir basiert auf der historischen Figur des transylvanischen Fürsten Vlad Tepes (1431-1476) der einen fanatischen Abwehrkampf gegen die Türken führte. Aber als Vorlage für den literarischen Dracula eignete er sich wohl eher wegen seines Rufes als überaus grausamer Herrscher. Er war für seine Vorliebe für das Foltern bekannt und da besonders für das Pfählen. Sein Beiname "Tepes" bedeutet auch "der Pfähler".
  Stockers Roman wurde Vorlage zahlreicher moderner Vampirromane und sein Dracula prägte das Bild des Vampir-Mythos durch die zahlreichen Verfilmungen des Buches. Friedrich Wilhelm Murnau sorge mit seinem Stummfilm "Nosferatu" (1922) als erster für eine größere Bekanntheit von Vampiren. Aber erst Bela Lugosis Film-Dracula (1930, Regie: Tod Browning) mit dem typischen Cape und dem weltmännischen Benehmen machte diese Figur zum faszinierendsten Bösewicht in Film und Literatur. Die Dracula-Filme der britischen Hammer-Studios (Dracula, 1958) mit ihren beiden Stars Christopher Lee als Dracula und Peter Cushing als Vampirjäger van Helsing vertieften das Klischee des Gentleman-Monsters.
  Immer wieder nahmen sich Autoren des Themas an und fast jeder Star des Genres hat zumindest einen Vampirroman geschrieben. Stephen Kings "Brennen muss Salem" oder Dan Simmons "Kinder der Nacht" sind nur zwei Beispiele dafür.
  Der Vampir blieb über die Jahre immer in Film und Literatur präsent aber durch "Interview mit einem Vampir" von Anne Rice in der Literatur und Film und "Bram Stocker's Dracula (1992, Regie: Francis Ford Coppola) ist das Thema heute wieder besonders populär. Anne Rice erschuf in "Interview mit einem Vampir" und den bisherigen Nachfolgern "Der Fürst der Finsternis", "Die Königin der Verdammten", "Nachtmahr", Memnoch der Teufel", "Pandora" und dem noch nicht auf deutsch erschienenen "The Vampire Armand" einen eigenen Mythos ihrer Vampire, der bis ins alte Ägypten zurückreicht.
  Ähnlich baute Tom Holland seine Vampirsaga auf. Sein erster Roman "Der Vampir" (danach "Das Erbe des Vampirs" und "Die Botschaft des Vampirs") war noch eine fiktive Biographie Lord Byrons als Vampir. Inzwischen ist er mit dem 4. Teil "Der Schläfer in der Wüste" ebenfalls im alten Ägypten angelangt. Ziemlich bekannt sind auch Nancy R. Collins mit ihrer "Sonja Blue"-Trilogie. Poppy Z. Brite, Barbara Hambly ("Die Jagd der Vampire") und Kim Newman ("Anno Dracula") steuerten auch ihre Bücher über Vampire bei.
  Eine erneute Wiederbelebung erlebte das Genre durch Stephenie Meyer, die den Vampirmythos völlig ins Absurde verbog. Von der tödlichen erotischen Ausstrahlung der Vampire blieb bei ihr ein typisch US-amerikanischer, prüder und sexualfeindlicher Jungmädchenschwarm. Ihre Romane zogen wegen ihres gewaltigen Publikumserfolges einen ganzen Rattenschwanz an Nachfolgern bei Buch und Film nach sich.

  Wenn zu diesem Thema eine Zukunftsprognose gestellt werden soll, ist es eigentlich recht einfach. Es werden noch zahllose Bücher rund um diese Thematik herauskommen, die sich mehr oder weniger gelungen um Vampire drehen.

Von Alfred Ohswald

 

Tom Holland
Der Vampir
Lord Byron als Vampir

Tom Holland
Das Erbe des Vampirs
Hommage an Bram Stokers "Dracula"

Tom Holland
Die Botschaft des Vampirs
Historischer Vampirroman

Tom Holland
Der Schläfer in der Wüste
Horrorstory rund um Pharaon Echnaton

Anne Rice
Memnoch, der Teufel

Anne Rice
Pandora

Angela Carter
Die Dame aus dem Haus der Liebe
Kurzgeschichte über Vampire

Brian Lumley
Necroscope I

Brian Lumley
Necroscope II

Kim Newman
Anno Dracula

Dan Simmons
Kinder der Nacht

Rebecca Bradley/Steward Sloan
Temutma

Ernst Molden
Austreiben
Horrorroman über das Donauweibchen

Gerdi M. Büttner
Blutsfreunde

Whitley Strieber
Der Kuss des Vampirs
Vampirroman

Bram Stoker
Dracula
Hörbuch

Amelia Atwater-Rhodes
Die Nacht der Dämonen
Vampirroman für Jugendliche

P. N. Elrod
Vampirdetektiv Jack Fleming
Vampirkrimi im Chicago der 30er-Jahre

Alexej K. Tolstoi
Die Familie des Vampirs
Hörspiel

Bram Stoker
Dracula
Hörspiel

Richard Kleist (Zeichnungen) / Tobias O. Meissner (Text)
Mord! Berlinoir 2
Comics

Frank Festa (Hrsg.)
Omen 1
Das Horror-Journal

Karl Hans Strobl
Das Grabmal auf dem Pere Lachaise
Hörbuch

Ralf-Peter Märtin
Dracula
Das Leben des Fürsten Vlad Tepes

George R. R. Martin
Dead Man River
Historischer Vampirroman

Basil Copper
Der Vampir in Legende, Kunst und Wirklichkeit
Sekundärliteratur

Laurell K. Hamilton
Bittersüße Tode
Vampirkrimi

Lord Byron / John William Polidori
Der Vampyr - Die Erzählungen
Hörbuch

J. S. LeFanu
Carmilla, der Vampir
Hörspiel

Lord Byron / John William Polidori
Der Vampyr oder Gespenstersommer am Genfer See
Hörbuch