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Bertha von Suttner

  Bertha von Suttner, manchen hauptsächlich durch den 1000 Schilling Schein oder die 2 € Münze Österreichs bekannt, wurde als Bertha von Kinski am 9. 6. 1843 in Prag geboren. Ihr Vater General Franz Graf Kinski hatte ihre 50 Jahre jüngere Mutter geheiratet und starb mit 75 noch vor ihrer Geburt. Suttner wurde nicht der damals üblichen Klostererziehung unterzogen, sondern genoss die liberalere Erziehung durch Gouvernanten. Dabei erlernte sie bereits früh mehrere Sprachen und kam mit viel Literatur in Berührung. Die Spielleidenschaft ihrer Mutter sorgte für das rasche dahinschmelzen ihres Erbes und endete in Schulden. Einige finanziell attraktive Partien wurden von der sehr gut aussehenden Suttner schließlich wegen mangelnder Liebe nicht wahrgenommen. Bei einer Parisreise lernte sie Alfred Nobel kennen und daraus entstand eine lebenslange Freundschaft.

   

  Suttner musste sich schließlich Arbeit suchen und bekam eine Stelle als Gouvernante im Haushalt der Suttners. Sie verliebte sich in den jüngeren Sohn des Hauses Arthur und ihre Beziehung gipfelte in einer Heirat gegen den Willen seiner Eltern. Das junge Paar zog nach Georgien, wo sie mit die Fürstin Ekaterina Dadiani bekannt waren. Doch finanziell ging es ihnen nicht gut und so begannen beide für österreichische Zeitungen Artikel zu schreiben. Anfangs wurde kaum etwas veröffentlicht, doch Suttner blieb hartnäckig und so konnten sie durch diese Tätigkeit halbwegs leben. Eine Krise zwischen Russland und Österreich-Ungarn zwang sie zur Heimreise nach Österreich, wo sie und auf Schloss Harmannsdorf im Waldviertel bei Arthurs Familie lebten. Die Suttners waren überzeugte Liberale und Freidenker und fühlten sich in der erzkonservativen Umgebung nicht besonders wohl.

     

  1989 wurde Suttners Roman "Die Waffen nieder!" veröffentlicht und wurde ein weltweiter Erfolg. Die 45jährige wurde zur überzeugten Pazifistin und arbeitete den Rest ihres Lebens mit all ihrer Kraft für diese Bewegung. Finanziell ging es, trotz des Bucherfolges, weder ihr noch den von ihr gegründeten Friedensverein gut. Vor allem die Spenden Nobels ermöglichten ihr erst, die oft von ihr angestoßenen internationalen Aktivitäten selbst zu besuchen. Einen Gesinnungsgenossen fand sie in Alfred Fried, der in Deutschland eine Friedensbewegung gründete und später in Österreich ihr Nachfolger wurde. Beide wurden in den stark militärisch geprägten deutschsprachigen Ländern heftig in der Presse angegriffen. Dass die Suttners auch deutlich in der Öffentlichkeit gegen den aufkommenden Antisemitismus auftraten, brachte ihnen noch zusätzliche Anfeindungen ein.

Alfred Nobel
Alfred Nobel

  Suttner hatte immer heftig auf Alfred Nobel eingewirkt, dass er in seinem Testament die Friedensbewegung berücksichtigen soll. Als Nobel starb und in seinem Testament die berühmten Preise gestiftet hatte, hatte er offensichtlich an Suttner als Friedensnobelpreisträgerin gedacht. Doch es kam anders, erst 1905 erhielt sie als erste Frau den Nobelpreis und verschaffte ihr für einige Zeit endlich einen gewissen finanziellen Luftpolster. Sieben Tage vor den folgenschweren Schüssen in Sarajevo starb Bertha von Suttner.

Von Alfred Ohswald am 2. 6. 2003

 

 

Bertha von Suttner
Die Waffen nieder!
Antikriegsklassiker

Brigitte Hamann
Bertha von Suttner. Ein Leben für den Frieden
Bioraphie