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Buchpräsentation: Die Integrationslüge – Antworten in einer hysterisch geführten Auseinandersetzung

Die Integrationslüge

  Wen wollen wir wohin integrieren? Und wie gehen wir mit Menschen um, die dazu kommen, egal woher oder warum?

  Dies waren am 27.03.2012 in der Wiener Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz die zentralen Fragen bei der Präsentation des Buches „Die Integrationslüge“ von Eva-Maria Bachinger und Martin Schenk, erschienen im Deuticke-Verlag.

  Eingebettet war die Präsentation in eine Podiumsdiskussion, die von Renata Schmidtkunz moderiert wurde. Anfangs lasen die beiden Autoren jeweils eine Passage aus dem Buch. Eva-Maria Bachinger, die jahrelange Erfahrung im Bereich der Integration und Migration aus der Arbeit bei ZARA ( Zivilcourage und Antirassismusarbeit) mitbringt, zeichnet für die Reportagen verantwortlich, und aus der Feder von Martin Schenk, Sozialexperte und bekannt unter anderem durch seine Kolumne „eingeSCHENKt“ im „Augustin“, stammen die jeweils daran anschließenden Grundsatzartikel.

  So beleuchtet das Buch ein aktuelles Problem von zwei verschiedenen Seiten. Einmal von der individuellen – hier geht es oft um einen Mangel an Anerkennung der Personen mit „Migrationshintergrund“, und einmal von der gesellschaftlichen, wo die Problematik zum Teil in der Ignoranz und Arroganz der anderen Seite liegt.

  Im Anschluss daran leitete Renata Schmidtkunz die Diskussion zwischen den beiden Autoren, später kamen noch Fragen und Anregungen aus dem Publikum dazu: „Hat der Verlust des sozialen Status direkt mit der Herkunft zu tun? Wurde in dem Buch unterschieden zwischen Arbeitsmigranten und Flüchtlingen? Welche Absurditäten passieren in Asylverfahren? (Antwort einer AMS-Mitarbeiterin auf die Frage einer Migrantin nach einem Deutschkurs: Zum Putzen reicht Ihr Deutsch, Sie brauchen keinen Kurs!) Wie negativ besetzt sind die Begriffe „Integration“ und „Migrationshintergrund“ mittlerweile? Dienen sie nicht schon wieder mehr der Ausgrenzung denn der Eingliederung?

  Antworten auf diese und mehr Fragen wird das Buch wohl auch nicht oder nur zum Teil geben können. Aber einen Denkanstoß, den wir alle immer wieder brauchen können in dieser Thematik, gibt es und einen kleinen Einblick, warum Menschen ihr Zuhause und ihre Familie verlassen.
  Ich freu mich darauf, das Buch zu lesen und hoffe, dass das auch viele Andere tun werden.

Von Sabine Breit am 9. 6. 2012