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Buchpräsentation
"Alexander Van der Bellen" (Ansichten und Absichten) von Christian Neuwirth
Über die Gedanken des Alexander Van der Bellen........
Im Jazzlokal "Porgy & Bess", Wien 1., Riemergasse 11, am 25.04.2001, um 18.30 Uhr.
Erschienen ist das Buch im: MOLDEN Verlag, Wien, http://www.molden.at
©2001
256 Seiten
ISBN: 3-85485-057-3
öS 328,- DM 46,- sFr 36,-
Es sprachen zum Buch:
Verleger Fritz Molden
Univ.Prof. Dr. Sieglinde Katharina Rosenberger
Univ.Prof. Dr. Alexander Van der Bellen
Mag. Christian Neuwirth

  Dr. Alexander Van der Bellen, Wissenschaftler, Professor - Bundessprecher der Grünen - Politiker. Unbestritten, Van der Bellen, der intellektuelle Gentleman der österreichischen Politszene, belebt und hebt allemal den Stil dieses nicht gerade feinen Metiers. Wie immer man dazu steht - wie immer Parteifreunde von ihm dazu stehen sei dahingestellt - sicher ist, Van der Bellen zählt zu den interessantesten politischen Persönlichkeiten in Österreich.
  Und dies fand augenscheinlich auch der Autor des Buches Christian Neuwirth als er Van der Bellen seine Idee zum Buch eröffnete. Am 25. April 2001 wurde nun das Buch, nicht von, sondern über den Grünen-Chef vorgestellt.
  Fritz Molden ergriff als erster Redner das Wort, begrüßte die zahlreichen Gäste und ging augenzwinkernd kurz auf die Geschichte des Lokals "Porgy & Bess" ein, in dem die Präsentation stattfand. Molden erwähnte, nicht ohne Humor, dass er schon in seiner Jugend von diesen Räumlichkeiten gehört hatte. Eingehend auf die Präsentation des Buches gab der Verleger zu verstehen wie glücklich sein Verlag sei, dass jetzt auch wieder einmal ein Buch über einen Grün-Politiker bei Molden herausgebracht wurde. Der österreichische Molden-Verlag lege großen Wert darauf, ein weites politisches Spektrum abzudecken und wichtige sowie wertvolle Gedanken und Ideen zu und über Österreich als Information in Buchform zu verbreiten. Naturgemäß findet Fritz Molden Medien wie Fernsehen, Radio und Zeitungen sowie Magazine als alleinige Meinungsbildung nicht ausreichend (wie recht er hat). Von der täglichen Oberflächlichkeit, von den Headlines der Tages- und/oder Wochenmedien zum Buch, wo immer noch Zeit und Platz bleibt für Details und Hintergrundinformation, den wohl wesentlichsten Bestandteilen als Voraussetzung um ein komplexes Meinungsbild zu erhalten.
  Nach dem Verleger Molden trat der Autor des Buches ans Mikrophon. Mag. Christian Neuwirth erklärte kurz wie es zum Buch kam und wie, aus seiner Sicht, die Interviews mit Van der Bellen verliefen. Humorvoll zitierte der Autor einen Standardsatz Van der Bellens, der sie während der zahlreichen Interviews verfolgte ..... " Ich glaub' das wird nix!" Für den Autor nicht gerade ermutigend die Zweifel des Politikers. Dennoch hatte Neuwirth genug Selbstbewusstsein, um das Buch fertigzustellen.
  Nach diesen kurzweiligen Gedanken über die Entstehung des Werkes trat Dr. Sieglinde K. Rosenberger ans Rednerpult und erklärte vorweg, dass sie sich an die "20 Minuten-Grenze"(?) halten werde, die man ihr genehmigt hatte. Aus verschiedenen Sichtweisen betrachtet, gab sie ihre Eindrücke zum Buch zum Besten. Unter anderem, dass Van der Bellen aus der Grünbewegung eine Partei gemacht habe. Vieles erfuhr man in ihrer Analyse des Buches und natürlich gleichzeitig über den Grün-Politiker, außer privates - dieses ist in dem Buch nicht zu finden. Vielleicht dann im nächsten Buch von oder über Alexander Van der Bellen. Nur positives also aus dem Munde von Frau Dr. Rosenberger, bis auf...... einen Fehler, den sie in dem Buch (bezeichnender Weise über die "Recht(s)schreibung"!) gefunden habe und sie stellte im Weiteren fest, dass Van der Bellen einmal das bei den Gründen obligatorische und nicht fehlen dürfende ......INNEN vergessen, oder halt nicht verwendet habe. Daher war es auch nicht niedergeschrieben worden. Neuwirth hatte die Originalinterviews für das Buch verwendet.
  Nach diesen 20 Minuten über die "Ansichten und Absichten" des A. Van der Bellen, trat endlich die eigentliche Hauptperson ans Mikrophon und dies war sicherlich, wie auch zu erwarten, der interessanteste Moment an diesem Abend. Der Professor, ein intellektueller, intelligenter, humorvoller, sehr zurückhaltend wirkender Mensch und zugleich POLITIKER? Ist so etwas überhaupt möglich? Van der Bellen vereint alle diese Eigenschaften, und als typischen Politiker darf man ihn ja auch keinesfalls wirklich bezeichnen. Etwas überrumpelt, zu einem Buch über ihn selbst gekommen zu sein, erzählte er dennoch geehrt, wie ihm Neuwirth die Idee zum Buch eröffnete. Wie die Interviews verliefen und wie er, nicht so ganz vom Erfolg des Werkes überzeugt war. Unterhaltend, ruhig und einnehmend sprach er seine Bewunderung über die Hartnäckigkeit des Autors und die Bereitschaft Moldens aus, das Buch zu verlegen. Und Van der Bellen zeigte sich beeindruckt von der Weise, wie Neuwirth seine Aussagen unverfälscht niedergeschrieben hat. Der Bundessprecher der Grünen, Univ. Prof. Dr. Alexander Van der Bellen, beendete seine Rede zum Buch nicht ohne ebenfalls eine Bemerkung zum Veranstaltungslokal "Porgy & Bess" zu machen, von dem er, wie Fritz Molden, auch schon früher einmal gehört hatte. Van der Bellen ging dann auch noch kurz auf die leise Kritik Rosenbauers ein er habe ....INNEN nicht extra betont. Der Grünen-Chef bekannte seine "Unvollkommenheit" in diesem Bezuge und entschuldigte sich ob seines "Versagens".
  Bevor aber der Manager des Jazzlokals einige Worte zur Geschichte des "Porgy & Bess& sprach, kam der Chef des Molden-Verlages nochmals ans Mikro und kündigte an, dass nun die Möglichkeit bestünde, das Buch "Alexander Van der Bellen - Ansichten und Absichten" zu erstehen und vom Grünen-Chef sowie dem Autor signieren zu lassen. Molden endete aber nicht, ohne noch auf den von Frau Rosenbauer erwähnten Fehler im Buch einzugehen und festzustellen, dass in einem Buch in deutscher Sprache statistisch gesehen um die 110 Fehler zu finden seien. Das Publikum quittierte seine Aussage mit stürmischem Applaus.
  Als letzter Redner kam der Manager des Lokals "Porgy & Bess" zu Wort und gab einige Details um die Geschichte des Hauses zum Besten. Ein Theater war es einmal, ein Musiklokal, wiederum ein Theater, etc., dann war es ein Kino, aber eines der besonderen Art, ein Sexkino, das bekannte Rondell. Und wirklich, nach den Ausführungen des Chefs vom "Porgy & Bess" sah man diese Räume in einem ganz anderen Licht, die Säulen im Hauptsaal, die Galerie, die Bühne. Tja,.......wenn Gebäude sprechen könnten. Nein, besser sie können es nicht. Nach der Ankündigung der Jazzformation, die den Abend musikalisch bereichern würde, verließ der Manager die Bühne, und es folgte ein zügiger Umbau auf derselben.

  Das Rednerpult mit Callastrauß wich Musikinstrumenten, Verstärkern und Lautsprechern. Während Van der Bellen und Neuwirth Bücher signierten, verwandelten die junge Sängerin und ihre Begleitung mit gutem Jazz das "Porgy & Bess" von dem gerade noch als "Vorlesungstheater" genutzten Raum wieder in das Jazzlokal. Ein Beweis, dass die Räume dieses Gebäudes auch heute noch sehr vielseitig verwendbar sind. Ursprünglich sollte das Buch in Räumen des Parlamentes präsentiert werden. Der Chef der Grünen lehnte diesen Vorschlag jedoch ab, da er fand, dass die schon leicht spürbare Schwere des politischen Buches, zusammen mit der Schwere, die in den Parlamentsräumlichkeiten vorhanden ist, dann doch im Gesamten gesehen ein wenig zu viel an Schwere hervorbringen würde! Eine sehr interessante Präsentation - in einem außergewöhnlichen Rahmen! Eher überraschend aufgefallen ist, dass keinerlei "Granden" der Grünen anwesend zu sein schienen.

Von Johann F. Janka am 22. 4. 2001