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Buchpräsentation
Der Haymon-Verlag aus Innsbruck und der ORF präsentierten den Kriminalroman "HIMMEL, POLT und HÖLLE" von Alfred Komarek.
"Haymon, Polt und Komarek" - Dr. Michael Forcher, Haymon-Verlag
Lesung und Laudatio - Louise Martini
"Simon Polt und das Fernsehen" - Dr. Heinrich Mis, ORF
Weinverkostung - Familienweingut Himmelbauer
Köstlichkeiten aus dem "Schwarzen Kameel"
Ort: Pfarre St. Michael, Refektorium, Habsburgergasse 12, 1010 Wien
Zeit: Montag, 10. September 2001, 19.00 Uhr.

   Ins Refektorium der Pfarre St. Michael in der Habsburgergasse 12 im 1. Bezirk luden der Haymon Verlag aus Innsbruck gemeinsam mit dem ORF zur Präsentation des Buches >Himmel, Polt und Hölle< von Alfred Komarek.
  Etwas nach 19.00 Uhr eröffnete der Verleger des Haymon-Verlages, Dr. Michael Forcher, die Veranstaltung. Dicht gedrängt lauschte das Publikum seinen Worten. Forcher gab ein wenig über die Entstehung des Titels der Präsentation "Haymon, Polt und Komarek zum besten und beteuerte, dass die Hölle natürlich in keinster Weise mit Komarek gleichzusetzen sei, dass aber Haymon besser zu Himmel passe,....Applaus des Publikums! Nach diesen auflockernden Worten ging der Verleger in erster Linie auf das neue Buch, nach "Polt muss weinen" und "Blumen für Polt" den nun dritten Kriminalroman von Alfred Komarek ein.
  Danach gab er noch zur Entstehung des zweiten Polt Filmes "Blumen für Polt" einige interessante Begebenheiten von sich. So erwähnte er, dass der Polt Darsteller, Erwin Steinhauer, sofort von dem Roman begeistert war und gemeinsam mit der Team-Film in Zusammenarbeit mit dem ORF entstand eine Koproduktion mit ARTE, nachdem die deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehstationen, eine Zusammenarbeit wegen zu österreichlastig und viel zu regional sowie "zu wenig schmissig(!)" ablehnten. Dr. Forcher bedankte sich für deren Engagement bei Erwin Steinhauer, Herrn Flemming von Team-Film, Dr. Mis vom ORF und auch bei der NÖ-Landeswerbung, die wesentlich an der Verwirklichung des Filmes beteiligt waren. Natürlich galt sein Dank ganz besonders dem Autor des Buches Alfred Komarek, war es doch dessen Idee, die derart simple Figur des Gendarmerieinspektors Polt in einer zwar sehr anregenden und rau-romantischen, aber doch eher einschichtigen Gegend ins Leben zu rufen.

  Als zweiter Redner gab Dr. Heinrich Mis vom ORF weitere Einblicke in die Entstehung der zweiten "Polt-Fernsehproduktion" und erwähnte, dass in der Zeit nach Generalintendant Zeiler nun auch Platz für (österreichische) Literatur wäre. Ganz besonders stolz wäre man, das ARTE mitproduzierte, obwohl, oder besser gesagt, gerade deshalb, weil die deutschen Sender ablehnten. Im weiteren führte Mis aus, dass die Polt Filme auch französisch synchronisiert wurden und würdigte den Drehbuchautor und Regisseur Julian Pölsler, der auch maßgebend am Erfolg der Produktion beteiligt war.

  Nach der Rede von Dr. Mis kündigte Dr. Forcher die Schauspielerin Louise Martini an, die für die Lesung und Laudatio verantwortlich zeichnete. Ihre ersten Worte waren ans Publikum gerichtet, sie ersuchte um etwas mehr Ruhe von einem möglichen zukünftigen Polt-Fan, einem Kleinkind, das während der Veranstaltung hie und da auf sich aufmerksam machte.
  Übrigens, weil das Kind während der Martini-Lesung auch wieder einige Laute von sich gab, entfernte sich die Mutter mit dem Kind aus dem Refektorium - wohlgemerkt ohne Aufforderung von Frau Martini. Professionell wie erwartet würdigte die Schauspielerin den Krimi-Autor. Unter anderem war Komarek für "Polt muss weinen" der deutsche Glauser-Preis verliehen worden. Von 183 eingereichten Kriminalgeschichten ging der Österreicher Alfred Komarek als Preisträger dieser begehrten deutschen Auszeichnung hervor. Außerdem erwähnte sie, dass Komareks frühere Radiogeschichten demnächst auf CD erscheinen würden.
  Mit ihrer Lesung - Louise Martini trug das Kapitel "Der Tod und das Mädchen" vor - zog die Schauspielerin das Publikum in ihren Bann. Außer ihrer Stimme konnte man nichts mehr vernehmen - den kleinen Erdenbürger hatte man ja bereits nach draußen gebracht. Obwohl viele der Besucher nicht in den Veranstaltungsraum hineinpassten, ja sogar draußen im Hof standen, herrschte während des Vortrages absolute Stille im Publikum. Nur Kameraleute zwängten sich fallweise durch das eng aneinander stehende lauschende Publikum.

  Nachdem der lange Applaus für Martini geendet hatte, sprach nun endlich auch der Autor zu den Versammelten. Auch er ging kurz auf den Titel der Präsentation ein und verlor ein paar Worte über Himmel, Hölle, Komarek und Haymon. Er dankte dem Verlag, dass er aus seinem Manuskript dieses Buch entstehen ließ, hob die Leistungen von Pölsler (Regie) und Faber (Kamera) hervor und entschuldigte sich bei Familie Himmelbauer, von der auch der bei der Präsentation ausgeschenkte Wein stammte, dass er sie in seinem Roman in "Höllenbauer" umbenannt hatte.

  Nach den Ausführungen von Alfred Komarek lud Haymon-Verleger Dr. Michael Forcher alle Anwesenden ein, die Köstlichkeiten aus dem "Schwarzen Kameel" zu probieren und den Wein des "Höllen-/Himmelbauern" zu verkosten. Obwohl man nach dem offiziellen Teil die Sessel aus dem mit beeindruckenden Decken- und anderen Malereien versehenen Klosterspeiseraum entfernt hatte, herrschte nach wie vor dichtes Gedränge. Die Präsentation des Buches "Himmel, Polt und Hölle" hatte, naturgemäß durch die Präsenz des ORF, mehr Besucher angelockt als man hätte annehmen können. Die gute Stimmung, die Weinverkostung und die Leckerbissen aus dem "Schwarzen Kameel" ließen die Veranstaltung genüsslich ausklingen.

  Wieder einmal hat der Haymon-Verlag mit Bravour, gutem Gespür und vor allem mit Menschlichkeit aus einer Buchpräsentation ein besonderes gesellschaftliches Ereignis bereitet. Nicht die glatte Professionalität eines routinemäßig geplanten Ablaufes von aneinandergereihten Programmpunkten beeindruckt hier den Beobachter, sondern die Bodenständigkeit des Verlages aus Tirol und dessen Mitarbeiter erfüllt den Raum und funkengleich springt sie auf die Besucher der Veranstaltung über und verbreitet eine mehr als freundliche und gemütliche Stimmung. "Haymon, Polt und Komarek" - zweifellos ein ausnehmend gelungener Abend in einem eindrucksvollen, nicht alltäglichen, aber hervorragend zum Titel des Buches passenden Rahmen.


Von Johann F. Janka am 22. 4. 2001

 

Alfred Komarek
Polt muss weinen
Krimi im österreichischen Weinviertel

Alfred Komarek
Blumen für Polt
Krimi im österreichischen Weinviertel

Alfred Komarek
Himmel, Polt und Hölle
Krimi im österreichischen Weinviertel