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Lesung von Alfred Komarek
am 30. November 2007
in Breitenfurt bei Wien


  Am 30. November 2007 lud die Breitenfurter Kultur Gemeinschaft und Buchkritik.at um 19:30 Uhr zu einer Benefizveranstaltung mit Alfred Komarek in die Volksschule Breitenfurt ein. Der im deutschen Sprachraum bekannte und geschätzte Autor, Alfred Komarek las Kostproben aus seinen Werken, der Eintrittspreis erging zugunsten von Computern für die Kinder der Volkschule Breitenfurt.

  Die Sitzplätze im oberen Stockwerk des Schulgebäudes waren allesamt besetzt, als - nach einer kurzen Ansprache der Breitenfurter Kultur Gemeinschaft - Herr Komarek pünktlich in den sehr hübsch dekorierten, bühnenartigen Bereich des Raumes trat. Erfreulich auch, dass die Tontechnik tadellos funktionierte, da eine Lesung ja eine akustische Vergnügung darstellt.

  Herr Komarek las aus seinem Buch "Spätlese", Texte aus vier Jahreszeiten: hierin befinden sich von der "Glosse voll sprühendem Wortwitz", Radiotexte und Reiseberichte.

  Das Buch soll dem Leser einen Eindruck vom Schaffen des Autors vermitteln, indem es, wie bei einer Weinverkostung die verschiedenen Aromen, Farben und Facetten von Komareks Werk präsentiert.

  Alfred Komarek las eine Stunde lang eine wohldosierte Mischung aus seinem Werk vor, wobei man seine Erfahrung als Sprecher und Texter der Ö3-Sendung "Melodie exklusiv" heraushörte. Die kurzen Texte, allesamt mit feinem, sensiblen Wortwitz und sanfter Ironie durchzogen, sind hintergründig und doch leicht verdaulich. Sie sollen zum Nachdenken anregen, nicht aber zum Grübeln, sie sollen über die Seele streichen, sie aber nicht beschweren:

  "Zufrieden? Fragte der Hafen, als er das Schiff tief in sich geborgen hatte. Das Schiff drängte sich zärtlich an die Mole und schlang seine Taue um den Poller. Der Hafen füllte es an mit seinen Schätzen und tags darauf kam der Abschied. Wie war der Hafen? Fragte das offene Meer. Ach, weißt du, ich binde mich nicht so gerne." (Seite 192)

  Bemerkenswert ist bei all diesen Texten die Fülle an Metaphern, wortmalerischen Adjektiven und Adverbien in Kombination mit einem unprätentiösen Schreibstil. Die "Poltromane" habe ich nicht gelesen, da ich kein Krimifreund bin, habe aber gehört, dass sich sein Schreibstil dem Genre anpasse.

  Das vorliegende Buch umfasst acht Kapitel ("Zusammenleben", "Bestarium", "Austriaca", "Fortbewegt", "Lustreisen", "Culinarium", "Melodie exklusiv. Sentimentale Beispiele", "Punktum") sowie ein Vorwort "Verkostungsnotizen" und ein Nachwort "Auf den Spuren von Alfred Komarek von Michael Forcher".

  Alfred Komarek meinte, als er mit der Lesung begann, dass er bei der Suche nach geeigneten Texten für den Abend, erkannte, dass in seinem Buch zwar schon Texte mit Patina" enthalten sind, dies aber keineswegs deren Aktualität schmälere.

  Die Stunde verflog im Nu und nach zwei Zugaben, beendet der sichtlich gerührte Autor mit dem Vierzeiler:

 "Ein Gedicht!
 Wie sag ich's in zwei Zeilen?
 Da muss ich mich beeilen!
 Zu spät. Es ist die dritte.
 Entschuldigen Sie bitte." (Widmung)

  Viel Applaus und ein restloser Ausverkauf der mitgebrachten Exemplare krönte die durchwegs gelungene Veranstaltung.

  Sie fragen, ob Sie Alfred Komareks Buch nun lesen und kaufen sollen? Ich beantworte dies mit des Autors eigenen Worten:

  "Ein reisender Händler kam zur Burg. Was der nicht alles anzubieten hatte: Sonnenuntergänge, Drachen in Aspik …Und, so flüsterte er vertraulich, da wäre noch etwas, im Sonderangebot! Er öffnete vorsichtig die rechte Hand. Du fragst, was es wohl war? Du hast es doch gekauft…" (Seite 183)

  Weitere Werke von Alfred Komarek sind: "Polt muss weinen", "Blumen für Polt", "Himmel, Polt und Hölle" und "Polterabend", eine Kriminalromanserie.
"Die Villen der Frau Hürsch", "Schattenuhr" und "Narrenwinter"

Von Christel Schweitzer , Fotos von Alexander Todorovic am 25. 12. 2007