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Meldung: Krimibestenliste Januar 2019

vom: 07.01.2018

1 (1) Sara Paretsky
 Kritische Masse
 Aus dem Englischen von Laudan & Szelinski.
 Ariadne im Argument-Verlag, 540 Seiten, 24 Euro
 Chicago, Österreich. V. I. Warshawski ermittelt wieder, und wie! Eine Drogen-
 süchtige auf der Flucht, ihr genialer Sohn abgetaucht. Der Kern: 1943 in einem
 Nazi-Zwangsarbeitslager geraubte Erfindungen einer jüdischen Physikerin, mit de-
 nen ein IT-Konzern in den Vereinigten Staaten mächtig wurde. Schlicht großartig.
 
 2 (–) Un-Su Kim
 Die Plotter
 Aus dem Englischen von Rainer Schmidt.
 Europa, 360 Seiten, 24 Euro
 Südkorea. Wahlen stehen an, die alte Ordnung zerbricht. Auftragsmörder Raeseng
 versagt. Der treue Diener des alten Raccoon, der die Bibliothek der Auftragsmorde
 verwaltet, beginnt selbständig zu denken, zu fühlen, zu handeln. Durchgeknallt:
 Korea im Zerrspiegel, visiert durch seine Killer.
 
 3 (5) Patrícia Melo
 Der Nachbar
 Aus dem Portugiesischen von Barbara Mesquita.
 Tropen, 160 Seiten, 18 Euro
 São Paulo. Lärm ist Qual, vor allem dann, wenn er vom Nachbarn kommt und
 einen entnervten Lehrer trifft. Der tötet den Frevler, zerstückelt ihn und kriegt
 die Reste nicht weggeschafft. Knappe 160 Seiten braucht Melo für seine
 Rechtfertigungssuada. Jammer, Brasilien! Schärfster schwarzer Humor.
 
 4 (3) Fred Vargas
 Der Zorn der Einsiedlerin
 Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze.
 Limes, 512 Seiten, 23 Euro
 Paris, Südfrankreich. Blaps gegen Reclusa, Totenkäfer gegen Einsiedlerspinne.
 Beide Gliederfüßer können nicht töten, verbreiten nur Angst. Kommissar
 Adamsberg wittert noch hinter nichts einen Fall. Dieser – neunte – sprengt fast die
 Brigade, ist verborgen unter Verborgenem, monströses Rachespiel.
 
 5 (2) Louise Penny
 Hinter den drei Kiefern
 Aus dem Englischen von Andrea Stumpf und
 Gabriele Werbeck. Kampa, 496 Seiten, 16,90 Euro
 Montreal, „Three Pines“. Vor Gericht: Armand Gamache, Chef der Sûreté, im
 Clinch mit dem Staatsanwalt, anstatt Dealer und Mörder zu überführen. Alles
 beginnt und endet im Grenzdorf Three Pines. Dort stanzt eine schwarze Gestalt
 ein Loch in die Postkartenidylle. Tolles Comeback der kanadischen Autorin.
 
 6 (–) Tana French
 Der dunkle Garten
 Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus
 Timmermann. Scherz, 656 Seiten, 16,99 Euro
 Dublin. Alles läuft prima. Toby ist hip, ein Glückskind. Bis ihm Einbrecher den
 Schädel einschlagen. Als neurologischer Rekonvaleszent zieht er zu Onkel Hugo,
 der an einem Gehirntumor sterben wird. In Hugos Garten wird ein Skelett
 gefunden, Tobys Selbstvertrauen zerbröselt. Wurde er zum Mörder?
 
 7 (9) Christoph Peters
 Das Jahr der Katze
 Luchterhand, 352 Seiten, 22 Euro
 Berlin, Tokio. Flucht nach Fernost: Schwertmeister und Yakuza Onishi lässt mit
 Gefährtin Nikola Berlin hinter sich, dort liegt die vietnamesische Konkurrenz
 im Blut. Heimat ist anders: In Japan herrscht Krieg um die Reviere. Bushido-Werte
 sind out. Da hilft nur die Klinge. Ganz Japan noir.
 
 8 (6) Anne Goldmann
 Das größere Verbrechen
 Ariadne im Argument-Verlag, 240 Seiten 13 Euro
 Österreich, Bosnien. Theres ist eine, die nie ausreden kann. Immer fährt ihr ein
 Vater, ein Ehemann, die Tochter über den Mund. Bis der zur Adoption gegebene
 Sohn wieder auftaucht, der Adoptivvater zu Tode kommt und das Schweigen unter
 den Teppichen hervorquillt. Horror des Patriarchats.
 
 9 (–) Cloé Mehdi
 Nichts ist verloren
 Aus dem Französischen von Cornelia Wend.
 Polar, 312 Seiten, 18 Euro
 „Verrières“, Banlieue. Mattia, elf Jahre alt, steht nach dem Selbstmord seines Vaters
 unter der Obhut eines Nachtwächters und seiner suizidalen Freundin, beobachtet
 von Polizei, Behörden, Psychiatern. Er will Durchblick: Warum wurde Saïd von
 Polizisten erschlagen? Cloé Mehdi: eine junge, starke Stimme der Verzweiflung.
 
 10 (–) James Anderson
 Desert Moon
 Aus dem Englischen von Harriet Fricke.
 Polar, 344 Seiten, 18 Euro
 Utah. Seit zwanzig Jahren beliefert Trucker Ben Jones die Wüstenratten an der
 Route 117. Als ihm im Gegenlicht eine nackte Cellospielerin erscheint und diese
 Claire sich als liebenswert fleischlich erweist, gerät das austarierte System
 schweigsamen Gebens und Nehmens durcheinander.

 

Quelle: www.faz.net/krimibestenliste