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Meldung: KrimiZEIT-Bestenliste Juni

vom: 02.06.2016

1(1) Simone Buchholz: Blaue Nacht
 Suhrkamp, 238 S., 14,99 €.
 
 Hamburg. Chastity Riley ist in die Abteilung Opferschutz kaltgestellt. Die Staatsanwältin belagert einen halb totgeschlagenen Österreicher so lange, bis es ihr und ihren Kumpels gelingt, den Drogenboss von St. Pauli zu stellen. Frech, witzig und ein wenig melancholisch. Simones bisher bester. Darauf ein Astra.
 
 2(9) Dominique Manotti: Schwarzes Gold
 Aus dem Französischen von Iris Konopik; Ariadne bei Argument, 384 S., 19,– €.
 
 Marseille 1973. Der mit militärischer Präzision ausgeführte Mord an Unternehmer Pieri soll als Auseinandersetzung im Milieu ad acta gelegt werden. Nicht mit Commissaire Daquin. In seinem ersten Fall studiert er die Verfilzungen Marseilles und die Sitten der internationalen Öl-Branche. Schlau, aber ohnmächtig.
 
 3(-) Olen Steinhauer: Der Anruf
 Aus dem Englischen von Friedrich Mader; Blessing, 272 S., 19,99 €.
 
 Carmel, Wien. 2006 sind bei einem Terroranschlag 120 Fluggäste umgekommen. Henry und Celia waren damals bei der CIA. 2012 dinieren sie in Kalifornien. Sie wollen rauskriegen, ob sie sich noch lieben und wer damals den Attentätern zugearbeitet hat. Spy Novel in asymmetrischen Zeiten, brillantes Katz-und-Maus-Geplänkel.
 
 4(10) Gerald Kersh: Die Toten schauen zu
 Aus dem Englischen v. Ango Laina u. Angelika Müller; Pulpmaster, 230 S., 12,80 €.
 
 "Dudicka", Tschechoslowakei 1942. Angelehnt an das reale Verbrechen, die Zerstörung von Lidice durch Polizeikräfte und Wehrmacht NS-Deutschlands, erzählt Gerald Kersh in diesem grandiosen Roman von 1943, einer literarischen Parallele zu Picassos Guernica, von Vernichtung, Angst und Tapferkeit.
 
 5(-) Christian Roux: Der Mann mit der Bombe
 Aus dem Französischen von Cornelia Wend; Polar, 152 S., 12,90 €.
 
 Frankreich. Larry ist schwarz und war Ingenieur, jetzt ist er arbeitslos und hat eine Bombe in der Tasche. Seine Attrappe für das Überlegenheitsgefühl. Als er damit eine Bank betritt, gerät er in einen Banküberfall und an die wilde Lu, die nicht allein sein kann. Tolles schwarzes Stück. Am Schluss die Bombe. C’est polar!
 
 6(4) Ahmed Mourad: Vertigo
 Aus dem Arabischen von Christine Battermann; Lenos, 398 S., 22,– €.
 
 Kairo. Hochzeitsfotograf Achmad Kamâl wird unfreiwillig Zeuge eines Massakers in der Nobelbar Vertigo. Polizei, Presse, Justiz – keiner will wissen, was er gesehen und geknipst hat. Doch Achmad, der Träumer, gibt nicht auf. Tiefer Blick in die Machtstrukturen und Mentalitäten Ägyptens.
 
 7(6) James Lee Burke: Mississippi Jam
 Aus dem Englischen von Jürgen Bürger; Pendragon, 588 S., 17,99 €.
 
 New Orleans, New Iberia. 25?000 Dollar kriegt Detective und Bootsbesitzer Dave Robicheaux, wenn er ein Nazi-U-Boot findet, das vorm Mississippi-Delta versunken ist. Lokale Gangster und US-Neonazis wollen das Kriegssouvenir auch, unbedingt. Ein Kampf bis auf die Herzmuskeln entbrennt.
 
 8(-) Andrea Fischer Schulthess: Motel Terminal
 Salis, 344 S., 24,95 €.
 
 Zürich, Breitenach. Seit ihrer Geburt ist Meret eingesperrt. Kontrolliert, überwacht, geliebt von Mutter Nora, die ihr Mädchen vor allen und allem "da draußen" bewahren will. Noras Ehemann darf zahlen, aber von der Tochter seiner Frau nichts wissen. Kurz bevor Meret dreizehn wird, implodiert die Lebenslüge.
 
 9(-) Ulrich Ritzel: Nadjas Katze
 btb, 448 S., 19,99 €.
 
 "Wieshülen". Eine vergriffene Erzählung, eine Katze aus Stoffresten: Ausgangsspuren für Nadja Schwertfegers Suche nach ihren Eltern. Mit Detektiv Berndorfs Hilfe und Eigensinn führt das in den April 1945, noch weiter zurück und wieder ins Heute. Lebenszeitgeschichte. Ganz unsentimental groß. Zum Denken.
 
 10(-) Christine Lehmann: Allesfresser
 Ariadne bei Argument, 256 S., 12,– €.
 
 Stuttgart, Remstal. Antiveganer TV-Koch als Frischfleisch verpackt! Skandal im Schwabenland. Skai-bekleidet, dient Lisa Nerz den Ermittlungsbehörden als V-Frau in der virtuellen Realität der Social Media und der harten der Pferdeställe und Infostände. Die Undercover-Veganerin im Höllenstrudel konkurrierender Total-Wahrheiten.

 

Quelle: www.zeit.de/krimizeit-bestenliste