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Barbara Vine
Astas Tagebuch
(Asta’s Book, 1993)

Diogenes
1995
Übersetzt von Renate Orth-Guttmann
559 Seiten
DM 18,80 öS 139,- sFr 18,80


Von Alfred Ohswald am 14.01.2001

  Anfang des 20. Jahrhunderts zieht Asta mit ihrem Mann von Dänemark nach England. Ihr Mann ist oft geschäftlich unterwegs und sie ist meist mit ihren beiden Söhnen und ihrem Dienstmädchen allein. Eines Tages beginnt sie mit dem Schreiben eines Tagebuches. Dieses Tagebuch sollte nach ihrem Tod zum Bestseller werden.
  Ihre Tochter Swanny bekommt eines Tages einen anonymen Brief, in dem behauptet wird, dass sie nicht Astas leibliches Kind ist. Obwohl sie schon über 50 ist und immer das Lieblingskind ihrer Mutter war, stürzt sie dieser Brief in tiefe Unsicherheit. Bis zu ihrem Tod bleibt sie geradezu besessen von der Suche nach ihrer Herkunft. Schließlich glaubt sie, die Tochter einer ermordeten Frau zu sein.
  Ann, das einzige Kind von Astas zweiter Tochter setzt die Nachforschungen in der Familiengeschichte fort. Der Mordfall um die vermeintliche Mutter Swannys endete mit einem berühmt gewordenen Prozess, und so gibt es relativ viel Material. Eine zweite Spur sind die Tagebücher. Es fehlen einige Seiten und Ann sucht sie an jeder möglichen Stelle. Erst ungewöhnliche Zufälle bringen sie bei ihrer Suche schließlich ans Ziel.
 
  Ruth Rendell ist eine sehr erfolgreiche Krimi-Autorin. Schreibt sie unter diesem Namen eher klassische Krimis, so benutz sie ihr Pseudonym, um Krimis zu schreiben, die sich weit mehr der Charakterisierung ihrer Figuren widmen als dem Verbrechen und seiner Aufklärung.
  So ist „Astas Tagebuch“ eher eine Familiensage, als ein Krimi. Die Haupthandlung dreht sich hauptsächlich um die Aufklärung der Herkunft von Astas Lieblingstochter Swanny, aber auch andere Teile der Familiengeschichte nehmen breiten Raum ein. Nur die Aufklärung der Familienrätsel hat deutliche Züge eines Krimis. So erfährt der Leser in den Ausschnitten aus den Tagebüchern Astas viele Dinge, deren Bedeutung erst gegen Ende von den Protagonisten aufgeklärt wird. Damit ergibt sich das klassische Muster eines who-done-it-Krimis, in dem der Leser vom Autor auch Hinweise bekommt, und sich daraus schon mehr oder weniger richtigere Schlüsse zu ziehen versuchen kann.
  Anfangs werden die Personen, die Handlung und nicht zuletzt Astas Tagebücher so überzeugend in einem dokumentarischen Stil präsentiert, dass Leser ohne Vorwissen über die Autorin eine Zeit an eine reale Geschichte glauben können.
  Für Liebhaber breit angelegter Familiensagas ist der Roman sicher das Richtige. Leser, die klassische Krimis bevorzugen, sollten sich vermutlich eher an die Bücher halten, die von der Autorin unter ihrem richtigen Namen, Ruth Rendell, veröffentlicht hat.

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