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Andreas Brandhorst
Eklipse

Piper
2019
496 Seiten
ISBN-13: 978-3492705110
€ 15,-


Von Alfred Ohswald am 28.06.2019

  Das Raumschiff Eklipse ist nach einer fünfzigjährigen Reise zurück auf dem Weg zur Erde. In ihren Lagerräumen befinden sich Artefakte einer alten, mittlerweile längst verschwundenen Art von Außerirdischen. Und eines dieser Artefakte erweist sich als äußerst gefährlich, erwacht und durchbricht die Außenwand des Raumschiffs, um zir Erde zu gelangen. Dort droht durch dieses sogenannte Spike die Vernichtung der Menschheit.
  Als das Raumschiff sich der Erde nähert, bekommt es auf seine Funksprüche keinerlei Antworten und die Erde sieht völlig verändert aus. Die Besatzung begibt sich in Landungsboote, um die Erde vor dem Spike zu erreichen und es mit Hilfe einer anderen, sehr mächtigen Waffe mit dem gleichen Ursprung zu zerstören. Denn auf der Erde gibt es höchstwahrscheinlich nichts, dass dazu nur die geringste Chance hätte. Aber natürlich läuft von Anfang nichts nach Plan.
 
  Brandhorst neuer Science-Fiction-Roman ist eine wahrlich gelungene, bunte Mischung. Viel Space Opera mit einer Paralleluniversums-Theorie aus der Quantenmechanik und einer Prise „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und „Zauberlehrling“ und auch sonst einige originelle Erklärungen zur Technik und Universum im Roman. Also ein Buch, dass nicht gerade auf gewohnten Pfaden des Genres daherkommt aber auch nicht völlig abseits davon.
  Die Erzähltechnik wechselt ständig zwischen den verschiedenen Protagonisten, gegen das Ende zu kommt sogar das Spike ein wenig zu Wort (oder so ähnlich). Eine Technik, die manchen Lesern zum Beispiel von „Game of Thrones“ bekannt sein dürfte. Da Brandhorst auch recht gelungene, wenn auch nicht unbedingt geniale Charaktere durch seine Geschichte schickt, ist diese Erzähltechnik auch ausgesprochen passend. Das kleine Manko bei ihnen ist ihre meist nicht ausgeprägte Wandelbarkeit. Bei einer dermaßen komplex konstruierten Geschichte wäre das allerdings vermutlich zu viel des Guten und die Lesbarkeit würde vermutlich unweigerlich darunter leiden. Es ist schließlich ein Roman für ein breiteres Publikum und nicht ausschließlich für Germanistikstudenten.
  Bei dem beachtlichen Umfang ist noch positiv anzumerken, dass keine Sekunde auch nur ein Hauch Langeweile aufkommt. Zusammen mit etwa „Die Stadt“ gehört „Eklipse“ zweifellos zu seinen gelungensten Büchern, was bei seinem Qualitätslevel durchaus etwas bedeuten soll. Und nebenbei beweist er, dass für eine gelungene und komplexe Geschichte nicht unbedingt eine Trilogie (oder noch mehr Bände) nötig ist.

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