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Sara Collins
Das Geständnis der Frannie Langton
(The Confessions of Frannie Langton)

Droemer
2019
Übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
430 Seiten
ISBN-13: 978-3426282069
€ 22,-


Von Alfred Ohswald am 29.05.2019

  Frannie wächst in Jamaica in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Haussklavin des Ehepaars Langton auf. Der Ehemann treibt neben dem eher von wenig Erfolg gekrönten Betreiben der Plantage oft recht unappetitlichen und manchmal regelrecht grausamen Experimente an toten aber auch lebendigen Sklaven, die die natürliche Überlegenheit der weißen Rasse beweisen sollten. 1825 verliert er die Plantage und reist mit Frannie nach London, um seinen Protegé Benham zu überreden, seine Forschungsarbeiten bei der Royal Society veröffentlichen zu können.
  Das Mittel, um den renommierten Gelehrten Benham dazu zu bewegen, ist Frannie, die er ihm zum Geschenk als Dienstmädchen macht. Und obwohl dies keineswegs Eindruck auf Bedham macht, bleibt Frannie wohl oder übel in seinen Diensten. Und sie sollte sich dann sogar in Bedhams exzentrische, schöne Ehefrau verlieben.
 
  Bereits Anfangs erfahren die Leser, dass Frannie verdächtigt wird, ihre Dienstgeber, das Ehepaar Bedham ermordet zu haben. Es scheint also eine Art historischer Krimi zu sein. Der erste Eindruck täuscht allerdings weitgehend, es ist vielmehr in erster Linie ein Roman über das Schicksal einer farbigen Sklavin und danach einer Dienstbotin in einem reichlich rassistischen Umfeld. Natürlich schadet es da nicht, dass die Autorin selbst wie ihre Heldin aus Jamaica stammt und in England lebt. Allerdings als studierte Rechtswissenschaftlerin unter recht anders gearteten Lebensumständen.
  Der Roman ist in einer ausgesprochen ansprechenden Sprache geschrieben, der mit ein Grund ist, dem Fortlauf der Handlung gespannt zu verfolgen und das Buch kaum mehr aus der Hand legen zu wollen. Besonders gelungen ist die Zeichnung der Charaktere und ihrer Beziehungen zueinander. Die Spannung besteht zu einem nicht geringen Teil darin, sie immer besser kennen zu lernen und ihren Charakter immer besser zu durchschauen. Bei dieser Thematik ist wohl zu erwarten, dass der Roman mehr weibliche denn männliche Leser für sich gewinnen wird können.

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