Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Guy Raives / Éric Warnauts
Venezianische Affären
(Les Suites Venitiennes 1-3)

Panini
2019
Übersetzt von Julika Herzog
160 Seiten
ISBN-13: 978-3741612886
€ 29,-


Von Alemanno Partenopeo am 22.05.2019

  „Santa Maria“, ruft eine Magd die ein abscheuliches Ritualverbrechen in ihrem Hause entdeckt. „La Capigliatura“ steht auf eine blutrote Wand geschrieben und davor liegt eine tote Frauenleiche. Auch ein Orakel vom 20. November 1737 spielt eine wichtige Rolle in diesem venezianischen Abenteuer, das in einem wunderbar gezeichneten Licht erstrahlt und dennoch viel Dunkelheit in sich trägt. Die Beschwörung von Tshano, dem schwarzen Begleiter Alessandros, rufen zudem die Inquisition auf den Plan.
 
  Im Venedig des 18. Jahrhunderts versucht Alessandro ein abscheuliches Verbrechen aufzuklären, aber die Ritualmorde und Magie gehen in diesem Abenteuer eine enge Bindung ein und machen es ihm sehr schwierig. „Lüge ist eine Sünde, liebste Tochter... zudem erstaunt es mich, dass du so viel weißt über diese Schriften, von denen du doch vorgibst, sie zu verschmähen.“ Das Setting Venedig ist perfekt gelungen, denn gerade im 18. Jahrhundert war die Serenissima die Hauptstadt der Adeligen und Vermögenden Europas, die sich hier trafen, um ihren Vergnügungen hinter Masken nachzugehen. Denn damals dauerte der Karneval noch ein halbes Jahr.
 
  Viele Details der Lagunenstadt wie etwa der denunziatorische Mund am Eingang des Rathauses und Parlaments der Stadt (dem Palazzo Ducale) werden von den Autoren benutzt, um noch einmal die versunkene Meeresrepublik aus den Fluten hervorschweben zu lassen. Und auch wenn man sich in Sicherheit glaubt: manche Schulden werden auch erst nach 20 Jahren gesühnt, denn die Macht der ausgleichenden Gerechtigkeit ist oft stärker als jede vermeintliche Gottheit. Gerade eben in Venedig, wo die Macht – zumindest theoretisch – doch vom (Adels-)Volke ausgeht. „Seine Exzellenz hat eine Apoplexie“ – das gilt hier nur vordergründig als Ausrede.
 
 
  „Venedig ist wie eine Kurtisane, die man verführen muss, selbst wenn man sich längst einig ist“, meint einer der Protagonisten. „Eine Liebe, die der Belanglosigkeit trotzt und Konventionen spottet“ ist hingegen das, was der Betroffene seiner Frau gegenüber empfindet.
 
  Im Anhang finden sich auch ein paar interessante Bemerkungen zum Leben in der Serenissima im 18. Jahrhundert, die historisch belegt sind.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.