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Dean Koontz
Die Anbetung
Odd Thomas 1
(Odd Thomas, 2003)

Heyne
2007
Übersetzt von Bernhard Kleinschmidt
480 Seiten
ISBN-13: 9783453432444
€ 9,99


Von Alfred Ohswald am 03.05.2019

  Odd Thomas - ja, die Hauptfigur trägt tatsächlich diesen Namen – wohnt in einer amerikanischen Kleinstadt und kann von sich mit Fug und Recht behaupten, eine wahrlich seltsame Fähigkeit zu haben. Er kann tote Menschen sehen, zumindest manche von ihnen. Diesen ist es jedoch nicht möglich, zu sprechen. Und er kann darüber hinaus noch andere Wesen sehen, die er Bodachs nennt, die allerdings nur aus Schatten mit wolfsartigen Köpfen bestehen und immer Unheil ankündigen. Je mehr er von ihnen zu Gesicht bekommt, desto schlimmer das Unheil.
  Als ein seltsamer Mann, den er wegen seines Aussehens „Pilzmann“ nennt, an seiner Arbeitsstelle, einer Grillstation, auftaucht, ist er von zahlreichen dieser Schattenwesen umgeben. Alarmiert verfolgt er den Mann nach Hause und als der „Pilzmann“ es wieder verlässt, dringt er dort ein und macht eine äußerst bedrohliche Entdeckung. Unter anderem eine Unmenge von Bodachs.
 
  Koontz galt lange Zeit als zweiter Mann hinter Stephen King und wurde gerne in der Zeit zwischen zwei Büchern des „Meisters“ zur Überbrückung der Wartezeit zur Hand genommen. Kings ganz große Zeit ist allerdings vorbei – keine Angst, Spenden sind noch keine nötig - und Koontz ist vermutlich dadurch auch etwas ins Hintertreffen geraten. Zumindest dieser erste Teil von 7 (plus 2 Bände mit Kurzgeschichten und noch einige Graphic Novels) verdient das wahrlich nicht. Es ist für Koontz‘ Verhältnisse mit einer kräftigen Portion Übersinnlichen gespickt, wer das eher ablehnt, liegt hier vermutlich falsch.
  Das Ganze wird darüber hinaus in einem oft leicht ironischen Ton erzählt, der ab und an auch durchaus mit witzigen Sätzen wie „Garniert war das Ganze mit Anzeigen für Potenzmittel und für Vorrichtungen, die garantierten, den liebsten Körperteil des männlichen Durchschnittsbürgers zu vergrößern, womit ich nicht das Gehirn meine“ aufwarten kann. Sicher, der Roman ist wohl keine literarische Errungenschaft aber Koontz versteht es sehr wohl, flotte Sätze ordentlich und nicht zuletzt unterhaltsam zu formulieren.
  Eine gewisse Bildung ist manchmal auch von Nutzen, typisch für Amerika auch Bibelkenntnisse. Zum Beispiel bei der Metapher „Sadrach, Mesach und Abed-Nego und Nebukadnezars Feuerofen“, die einzuordnen kaum bibelfeste Leser wohl nur mit Hilfe von Wikipedia & Co. in der Lage sein werden.
  Es gibt so viele Gemeinsamkeiten mit dem Film „The Sixth Sense“, dass der Gedanke nahe liegt, Koontz hätte sich da ideenmäßig mehr als nur ein Wenig bedient.

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