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Graham Moore
Die letzten Tage der Nacht
(The Last Days of Night, 2016)

Lübbe
2018
Übersetzt von Kirsten Riesselmann
464 Seiten
ISBN-13: 9783404177066
€ 11,-


Von Alfred Ohswald am 28.04.2019

  Thomas Edison und George Westinghouse führen vor Gericht eine Auseinandersetzung, die als „Stromkrieg“ ist die Geschichte eingehen sollte. Der junge Anwalt Paul Cravath vertritt dabei Westinghouse. Anfangs geht es in erster Linie darum, wer das Patent auf die Glühbirne innehat, Westinghouse hat ein Patent erworben, Edison behauptet, die erste, wirklich funktionstüchtige Glühbirne erfunden zu haben.
  Bald darauf verlegt sich die Auseinandersetzung aber auf den Kampf zwischen den von Edison präferierten Gleichstrom und den von Westinghouse bevorzugten Wechselstrom. Es kommt so weit, dass die Wechselstrom-Gegner es schaffen, dass eine Hinrichtung auf einem eben erfundenen Elektrischen Stuhl mit Wechselstrom durchgeführt wird. Die artet allerdings in einer Katastrophe aus und schadet somit der Akzeptanz von Gleichstrom.
  In diesem Haifischbecken schlägt sich der Anwalt Paul mit allerlei Intrigen und sogar mit einem Anschlag auf sein Leben und das Nikola Teslas herum, der als wichtiger Entdecker der Vorteile des Wechselstroms ebenfalls eine wichtige Rolle spielt.
 
  Bereits mit seinem Debüt „Der Mann, der Sherlock Holmes tötete“ bewies Moore beeindruckend sein Talent, sowohl eine spannende Geschichte zu erzählen als auch seine Kunstfertigkeit beim Formulieren. „Die letzten Tage der Nacht“ unterscheidet sich von seinem Vorgänger, indem es keine zwei durch über hundert Jahre getrennte Erzählstränge und etwas weniger unterschwelligen Humor gibt.
  Hier handelt es sich um einen historischen Wirtschaftsthriller der in der Zeit des Raubtierkapitalismus in den US spielt und dessen realer Hintergrund vom Autor am Ende ausführlich dargelegt wird. Überraschen ist dabei, wie viele abenteuerlich erscheinende Ereignisse sich tatsächlich ereignet haben, wenn auch zu einem etwas anderen Zeitpunkt oder auch in anderer Reihenfolge.
  Obwohl Wissenschaft eine bedeutende Rolle spielt, sind keinerlei Kenntnisse in diesem Bereich bei den Lesern nötig, im Bedarfsfall erklärt sie Moore für jeden allgemein verständlich und ohne sich zu sehr darin zu verstricken. Wer hierzu näheres erfahren möchte, wird wohl besser zu einem wissenschaftshistorischen Buch greifen, „Die letzten Tage der Nacht“ ist in erster Linie ein wirklich unterhaltsamer Roman.

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