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Liza Cody
Ballade einer vergessenen Toten
(Ballad of a Dead Nobody, 2011)

Ariadne
2019
Übersetzt von Martin Grundmann
416 Seiten
ISBN-13: 978-3867542388
€ 22,-


Von Alfred Ohswald am 24.04.2019

  Amy, frisch getrennt und deprimiert, hört einen Song einer Frauen-Band, deren geniale Songwriterin vor 20 Jahren ermordet wurde. Ziemlich spontan beschließt sie, deren Biographie zu schreiben.
  Ihr Name war Elly und sie wuchs bei ihrer drogen- und alkoholsüchtigen Mutter auf. In der Schule und auch sonst, war vor allem ihre Unscheinbarkeit, ja Unsichtbarkeit bemerkenswert. Bis sie sich überraschenderweise eines Tages bei einer Schulaufführung bemerkbar machte, weil sie sich an der üblen, musikalischen Qualität störte. Das war der Zeitpunkt, an dem sich ihr ungewöhnliches, musikalisches Talent bemerkbar machte. Zunächst verdient sie sich etwas Zubrot als Straßenmusikerin und wird dort von den Mitgliedern einer Frauenband entdeckt. Mit ihr zusammen beginnt ihre steile Karriere. Wobei ein zwielichtiger Manager und seine durchtriebene Zwillingsschwester auch eine nicht unwesentliche Rollespielen.
 
  Codys Roman, zumindest teilweise fälschlicherweise oft als Krimi eingeordnet, beschreibt die Karriere des schüchternen Musikgenies Elly weitgehend anhand von Gesprächen mit Personen aus ihrem ehemaligen Umfeld und diversen Schnipseln und Telefonmitschnitten aus verschiedenen Quellen. Amys Leben selbst spielt zwar auch eine Rolle, aber eher eine Untergeordnete.
  „Ballade einer vergessenen Toten“ ist im Original vor dem legendären „Lady Bag“ und der Fortsetzung „Krokodile und edle Ziele“ herausgekommen und nur in der deutschen Übersetzung danach. Viel dreht sich um die Tiefen des Musikgeschäfts, in dem die eigentliche Heldin, die aber passend zu ihrer Persönlichkeit, die meiste Zeit eine Existenz im Hintergrund bleibt, hoffnungslos ausgebeutet wird.
  Dass sie zu erzählen und zu formulieren versteht, hat Cody schon häufig bewiesen. Zitat aus „Ballade einer vergessenen Toten“: „Sein Alibi war nämlich eine Adlige – yeah – die liebliche Lady Lindy von Hoch und Nase oder so – fast schon königliche Familie.“
  England hat eine wahrlich große Tradition an Krimi-Autoren und -Autorinen und auch aktuell hervorragende männliche und weibliche Vertreter des Genres, Liza Cody steckt so ziemlich alle in die Tasche. Das Ende mag auf den ersten Blick ein wenig enttäuschen, aber durch den wie dem Punkt auf dem „i“ passenden Epilog rettet sie es mit einem genialen Einfall.

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