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Arik Brauer
A Jud und Keck a no

Amalthea
2019
112 Seiten
ISBN-13: 978-3990501481
€ 22,-


Von Alfred Ohswald am 15.04.2019

  Arik Brauer ist österreichischer Allround-Künstler im besten Sinne und sollte wohl zumindest jedem etwas älteren Österreicher bekannt sein, der die frühe 70er-Jahre noch bewusst miterlebt hat. 1971 brachte er ein Musik-Album heraus, das bei 12 Titeln 9 damals bekannte und oft gespielte Hits enthielt. Zum Vergleich: Der weit bekanntere Wolfgang Ambros hatte im selben Jahr auf seinem Album „Alles andere zählt net mehr…“ mit „Du bist wia de Wintersun“ und „Da Hofa“ gerade einmal zwei Hits. Das glänzendste Beispiel, dass jüdische Musik und jüdischer Witz absolut Massentauglich sind.
  Seine künstlerische Karriere begann er allerdings als Tänzer und landete schließlich bei seiner eigentlichen Passion, der Malerei. Er war und ist einer der prominenten Vertreter des damals speziell in Österreich recht populären Phantastischer Realismus. Obwohl nicht direkt vergleichbar, ist es etwa so nah an der komplett realistischen und so weit entfernt von abstrakter Malerei, wie Picasso. Nur ist was bei Picasso eher eckig wirkt, hier eher rundlicher, biologischer.
 
  Das Buch beginnt mit einem eher satirisch angelegten Interview Brauers mit sich selbst. Es folgen einige Seiten mit vierzeiligen Reimen, Strophen aus seinem reichen Schatz an Liedern. Und darum zumindest teilweise seinen Fans wohlbekannt.
 
 Beispiel:
 Das Wunder an der Grenze
 Am Zoll fragt mich der Grenzer: „Was ist drin in dieser Tasche?“
 „Geweihtes Wasser vom Wunderrabbi, nur a ganz a kleine Flasche.“
 Der Grenzer zieht den Stöpsel und schluckt a Schlückerl runter,
 Das Wasser schmeckt nach Schligowitz – schon wieder so a Wunder.
 
  Die restlichen Seiten und damit den Hauptteil des Buches sind ausführlichere, satirisch-ironische Texte vorbehalten. Ab und an mit einer persönlichen Anekdote gewürzt. Etwa mit dem Titel „Der Klugscheißer“ oder „Irren ist menschlich“. Kritische, zutiefst humane und humanistische und sehr, sehr jüdische Texte, und fast immer ohne wütend oder gar zornig zu wirken.s
 
  Im ganzen Buch befindet sich auf der rechten Seite jeweils der Text und auf der linken Seite eine dazu passende, karikaturhafte Zeichnung in Brauers unverwechselbaren Stil. Hier muss man allerdings anmerken, dass seine Arbeiten in Farbe deutlich eindrucksvoller zur Wirkung kämen.

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