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Graham Moore
Der Mann, der Sherlock Holmes tötete
(Sherlockian, 2010)

Eichborn
2019
Übersetzt von Kirsten Riesselmann
480 Seiten
ISBN-13: 978-3847900382
€ 22,-


Von Alfred Ohswald am 14.04.2019

  In „Der Mann, der Sherlock Holmes tötete“ werden zwei über hundert Jahre auseinanderliegende Handlungsstränge immer abwechselnd in den aufeinanderfolgenden Kapiteln erzählt. Da ist einmal der Schöpfer von Sherlock, Holmes Arthur Conan Doyle im Jahre1900, der ein Bombenattentat auf ihn und den Mord an zwei, später drei jungen Frauen aufzuklären versucht. Und dann ist 2010 der junge Harold, ein begeisterter Anhänger von Sherlock Holmes, der ebenfalls einen Mord aufzuklären versucht. Allerdings an einem Mann namens Cole, führender Sherlock-Holmes-Forscher, der behauptet hat, ein lange verloren gegangenes Tagebuch Doyles aufgefunden zu haben. Natürlich ist dieses auch wieder wie vom Erdboden verschlungen.
 
  Die beiden Handlungsstränge werden über die längste Zeit ohne Zusammenhang parallel erzählt, was der Spannung und Lesbarkeit allerdings glücklicherweise keinen Abbruch tut. Besonders positiv fällt die für einen Krimi wirklich phantastische Sprache auf. Meilen von nicht seltenen Sherlock-Holmes-Krimis neueren Datums entfernt, für die oft dass Gegenteil gilt. Auch die Originale sind zumindest weitgehend in diesem Punkt nicht unbedingt als Meisterwerke anzusehen und reichen an „Der Mann, der Sherlock Holmes tötete“ oft nicht heran.
  Sowohl Harold als auch Doyle kann man als etwas dilettantische Holmes-Ausgaben betrachten, wobei Doyles Freud Bram Stoker seinerseits für den Watson herhalten muss. Und wie bei Holmes endet es schließlich am Reichenbachfall in der Schweiz. In einem Nachwort erfährt man noch, wie überraschend viel in dem Buch einen mehr oder weniger realen Hintergrund hat. Sowohl der Mord an Cole als auch das verschwundene und lange vergeblich gesuchte Tagebuch gab es tatsächlich, allerdings war der Name des Ermordeten nicht Cole.
  Natürlich ist es für Leser und Fans Arthur Conan Doyles und seines berühmtesten Helden ein besonderer Genuss da es selbstverständlich an biographischen Details und Holmes-Zitaten nicht mangelt. Aber das ist nur die Kirsche auf der Torte, auch Leser, die Holmes vielleicht nur aus den Filmen oder TV-Serien kennen, werden hier ausgezeichnet, durchaus auf hohem Niveau und ab und an auch mit einer dezenten Prise hintergründigen Humors unterhalten.

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