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Claudius Crönert
Die Herren der Schwerter

Ullstein
2011
576 Seiten
ISBN-13: 978-3548283104
€ 8,99


Von Alfred Ohswald am 10.04.2019

  Norelis und Herkus sind als Kinder aus ihrem Dorf der Natangen, einem Stamm der heidnischen Pruzzen entführt und fern der Heimat in ein Kloster gesteckt worden, um zu guten Christen erzogen zu werden. Ein päderastischer Mönch und auch sonst der ganze Druck, der auf sie ausgeübt wird, bringt sie dazu, zu fliehen. Sie erreichen nach einer längeren Reise ihr Heimatdorf, dass von den dort herrschenden Deutschritter-Orden beherrscht und ausgebeutet wird.
  Zuerst kommt es allerdings zu Spannungen zwischen dem Stammeshäuptling und Herkus und auch mit dem Häuptling eines räuberischen Stammes außerhalb des Machtgebietes der christlichen Ritter kommt es zu kleineren Auseinandersetzungen.
  Schlussendlich kommt es aber natürlich zum Aufstand gegen die Ritter und Anfangs läuft es ganz gut, denn die Aufständischen können zwei Burgen erobern.
 
  „Die Herren der Schwerter“ ist ein Mitte des 15. Jahrhunderts angesiedelter Roman, der von der Eroberung Preußens durch den Deutschritter-Orden erzählt. Ein ungewöhnliches, überraschenderweise noch ausgesprochen selten gewähltes Thema bei Autoren historischer Romane.
  Crönert versteht es durch seine Routine, einen hervorragend erzählten Roman zu produzieren, in dem, entgegen sonst häufig bei Romanen aus dem Mittelalter, die Kampfszenen nicht endlos in die Länge gezogen werden. Das Buch hat wenig Längen, ist aber auch nicht rasend flott, nichtsdestotrotz leicht und angenehm lesbar geschrieben. Sicher, man darf keine blumigen Metaphern oder ausgeklügelte Wortkreationen erwarten, aber das würde den Lesefluss vermutlich ohnehin eher stören.
  Ob es wirklich eine gute Idee ist, den Ausgang der Handlung mit einem relativ bald eingeschobenen Kapitel zu verraten, dessen Handlung fast dreißig Jahre später angesiedelt ist, bleibt recht fraglich. Obwohl andererseits vieles auch so darauf hindeutet.
  Allzu akribische historische Details sollte man sich auch nicht erwarten. So ist Anfangs immer von Pergament und später dann von Papyrus die Rede, wenn Norelis seine Erlebnisse niederschreibt. Woher er Papyrus in der preußischen Pampa bekommen sollte, ist schon zumindest rätselhaft. Und dass preußische Aufständische auf die Idee mit der römischen Schildkrötenformation kommen würden, ist auch eher phantasievoll als historisch wahrscheinlich.

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