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Florian Scheuba
Schrödingers Ente
Warum eine Lüge keine Meinung ist

Brandstätter Verlag
2018
176 Seiten
ISBN-13: 978-3710603310
€ 22,-


Von Alfred Ohswald am 15.03.2019

  Vorweg einige Fakten zum Buch: Es handelt sich um Kolumnen, in denen der Kabarettist Scheuba wöchentlich das politische Geschehen hauptsächlich in Österreich für die weitgehend liberal orientierte österreichische Tageszeitung „Der Standard“ ironisch kommentiert hat. Wer diese Zeitung also regelmäßig gelesen hat und diese Kommentare nicht ein weiteres Mal lesen möchte, sollte eher die Finger von dem Buch lassen. Wer Florian Scheuba nicht kennt, kann sich leicht im Internet schlau machen, der Suchbegriff „Staatskünstler“ (auch unter www.wirstaatskünstler.at) könnte hilfreich sein.
  Ein weiterer Hinweis ist angebracht: Bücher mit gesammelten Kolumnen der Autoren weisen gerne neben der geringen Seitenzahl (wie auch hier), ein großzügiges Layout auf, was dann insgesamt natürlich eher bescheidenen Lesestoff ergibt. Hier ist das Gegenteil der Fall, eine recht kleine Schrift ergibt auf den wenigen Seiten beachtliche 69 Kolumnen!
  Scheubas Texte beschäftigen sich seltener mit der grundsätzlichen Problematik, mit Ausnahme des Vorworts, sondern mit dessen Erscheinungsformen im tagespolitischen Alltag. Auch diverse österreichische Medien bieten hier gerne großflächige Angriffsflächen und bekommen deshalb oft und gerne ihr Fett weg.
  Die spezielle Rolle der absurderweise sogenannten „sozialen Medien“ (inklusive Youtube) bei der aktuellen Ausprägung und Rolle der Fake-News und der politischen Agitation teilweise jenseits jeder Rechtsgrundlage wird hier nicht in besonderen Maße beleuchtet. Etwa warum diese angeblich aus technischen Gründen nicht in der Lage wären, Nachrichten die sich jenseits jeder realen Grundlage bewegen oder schwerste Beleidigungen darstellen, zu löschen, aber sehr wohl Algorithmen einsetzen können, die punktgenaue Werbung für jeden Nutzer zu schalten in der Lage sind.
  „Schrödingers Ente“ ist dagegen eindeutig für Liebhaber politisch satirischer Texte. „Schriftliche Karikaturen“ wären vielleicht eine gute Umschreibung. Perfekter wäre ein derartiges Buch deshalb möglicherweise, wenn sich die Zusammenarbeit mit einem Karikaturisten bewerkstelligen ließe, die beiden verwandten Genres würden sich hervorragend ergänzen. Aber auch so lebt „Schrödingers Ente“.

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