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Antti Tuomainen
Palm Beach, Finland

Rowohlt
2019
Übersetzt von Niina Katariina Wagner und Jan Costin Wagner
368 Seiten
ISBN-13: 978-3498065560
€ 20,-


Von Alfred Ohswald am 10.03.2019

  Jorma Leivo ist der Leiter des Feriendorfes mit dem ziemlich unpassenden Namen „Palm Beach, Finland“ und er hat große Pläne. Dabei steht ihm ein Grundstück im Wege, das er deshalb unbedingt möglichst günstig erwerben möchte. Leider steht auf dem Grundstück eine alte Villa, deren Besitzer kürzlich verstorben ist und in die deshalb dessen Tochter eingezogen ist. Die denkt nicht daran, zu verkaufen, sie will trotz mangelnder Geldmittel unbedingt die Villa renovieren.
  So kommt Leivo auf den unglückseligen Gedanken, zwei seiner Angestellten zu beauftragen, die neue Besitzerin mit eher kleinen Lausbubenstreichen dazu zu bringen, auszuziehen und dabei natürlich günstig an ihn zu verkaufen. Schon beim ersten Mal, als sie eigentlich nur ein Fenster mit Steinen einwerfen wollen, liegt am Ende ein Ermordeter in der Küche. Womit eine ziemlich chaotische Abfolge an Ereignissen ausgelöst wird.
  Ein Undercover-Polizist zieht in eines der Ferienhäuser der Anlage ein und ein ausgesprochen mörderischer Stiefbruder des Toten macht sich ebenfalls auf die Suche nach den Tätern. Diese versuchen erneut einen Anschlag und fackeln dabei ein Gartenhäuschen bei der Villa und dabei fast auch sich selbst ab.
 
  Der schon etwas absurd anmutende Titel verspricht nicht zu viel, wer Finnen bisher für eher Humorlos gehalten hat, wird hier überzeugend eines Besseren belehrt. Wer Dave Barry kennt, wird hier gewisse Ähnlichkeiten finden, allerdings ist Antti Tuomainens Humor etwas trockener. Aber bei aberwitzigen Situationen und ebensolchen Charakteren kann er locker mit dem us-amerikanischen Bestseller-Autor mithalten. Wobei er scheinbar einen starken Hang zu Figuren hat, die nicht unbedingt die hellsten Leuchten im Luster sind.
  Tuomainen erzählt die Handlung seines ausgesprochen satirischen Krimis nicht nur auch unterschiedlichen, wechselnden Perspektiven, er geht sogar noch weiter, bei ihm gibt es zumindest über einige Zeit keine wirkliche Hauptfigur.
  Wer humorvolle Bücher mag oder gar etwas trockenen Humor etwas abgewinnen kann, wird den noch recht jungen Finnen ab jetzt zweifellos zu seinen oder ihren Lieblingsautoren zählen.

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