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Matthias Wittekindt / Rainer Wittkamp
Mord im Balkanexpress

Haymon
2018
295 Seiten
ISBN-13: 978-3709934425
€ 19,90


Von Alfred Ohswald am 01.03.2019

  Wien 1895, im Burgtheater passiert ein Bombenanschlag mit zahlreichen Toten. Das Ziel, Kaiser Franz Josef, ist allerdings nicht darunter. Dahinter steckt eine radikale Gruppe Anarchisten und auch der serbische Geheimdienst verfolgt zwielichtige Ziele.
  Eine der Überlebenden ist die Schauspielerin Christine Mayberger, die mit dem deutschen Geheimdienst-Mitarbeiter und Verwandten des Kaisers Wilhelm II. Albrecht Prinz von Schwarzburg-Rudolstadt liiert ist. Gemeinsam machen sie sich an die Aufklärung des Anschlages, was nicht ganz leicht fällt und sie in den für den Titel mitverantwortlichen „Balkanexpress“, den kleinen Bruder des berühmten Orientexpress, verschlägt. Eine zusätzliche Schwierigkeit entsteht, weil die Attentäter einen deutschen Orden am Tatort zurückließen, um den Verdacht von ihnen abzulenken und Albrecht die österreichischen Behörden deshalb mit einigen Misstrauen gegenübertreten.
 
  „Mord im Balkanexpress“ ist ein recht flott erzählter, kurzweiliger Spionage-Thriller aus der österreich-ungarischen Monarchie und Serbien. Das Heldenpaar ist nicht besonders ungewöhnlich für das Genre, taff und intelligent und mit der nötigen Portion Glück am richtigen Ort und zur richtigen Zeit.
  Wer extremen Wert auf sämtliche, historische Details legt, mag sich an der einen oder anderen Kleinigkeit stören, - welcher preußische Offizier würde etwa „kommod“ sagen? - aber das wäre ohnehin übertriebene Spitzfindigkeit, denn insgesamt ist die Recherchearbeit der Autoren bewundernswert.
  Natürlich taucht auch die eine oder andere prominente Persönlichkeit auf, etwa Nestroy, Kaiser Franz Josef und Kaiserin Elisabeth, aber die Autoren bleiben in diesem Punkt glücklicherweise eher zurückhaltend. Nutzen manche Autoren historischer Krimis ihre Romane doch sonst gerne zu einer regelrechten Parade von Berühmtheiten.
  Die relative Kürze des Buches entsteht in erster Linie durch eine ziemliche Großzügigkeit der Schriftgröße und des Layouts. Es liest sich also recht rasch, was aber zumindest zum Teil durch den gradlinigen Erzählstil aufgehoben wird.

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