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Seanan McGuire
Der Atem einer anderen Welt
(Every Heart a Doorway / Down Among the Sticks and Bones / Beneath a Sugar Sky)

Fischer Tor
2019
Übersetzt von Ilse Layer
464 Seiten
ISBN-13: 978-3596298846
€ 19,99


Von Alfred Ohswald am 18.02.2019

  Es ist eine Welt in der bestimmte Kinder durch Türen in fremd Welten gelangen können und wieder zurück in die normale Welt müssen. Natürlich verändert sie dieser Wechsel mehr oder weniger drastisch und ihre Eltern schicken sie in die besondere Schule von Elenor, einer älteren Dame, die tatsächlich noch älter als ihre Schüler oder deren Eltern annehmen ist. Diese Kinder wohnen alle in einem großen, herrschaftlich wirkenden alten Haus.
  Nancy ist eines dieser Kinder, sie war längere Zeit in den Hallen der Toten, wurde aber gegen ihren Willen zurück geschickt. Jetzt kommt sie in Eleonores Haus und soll mit Sumi, die in einer Unsinnswelt war, zusammen in einem Zimmer wohnen.
 
  Der erste Gedanke bei diesem mit Preisen (Gewinner des Hugo Award, Nebula Award, Locus Award, Alex Award und nominiert für den World Fantasy Award) überhäuften Roman ist wegen der für Kinder bis zum 18. Lebensjahr in andere Welten führenden Türen natürlich „Alice im Wunderland“ und vielleicht auch ein wenig „Narnia“ und dann wegen der Ansammlung wunderlicher Kinder in einer alten Villa andererseits zumindest im ersten Teil auch „Die Insel der besonderen Kinder“ und eine Prise „Harry Potter“. Im zweiten Teil liegt wohl zusätzlich noch eine Mischung aus „Dracula“ und „Frankenstein“ vor. Folgt man einer Andeutung in dem Buch, dürfte einer der Grundgedanken darin sein, was mit Alice nach ihren Abenteuern im Wunderland geschah. Die Anhäufung der Preise mag ein wenig übertrieben erscheinen, obwohl es sich zumindest von der Qualität des Schreibstils die Preise tatsächlich verdient hat.
  Es sind trotz der merkbaren, zahlreichen Einflüsse, hervorragende drei Geschichten, insbesondere mit originellen, gut gezeichneten Charakteren. Sicher, nicht zuletzt Aufgrund ihrer Kürze sind die drei einzelnen Geschichten weniger Romane als Erzählungen und somit in ihrer Komplexität etwas eingeschränkt. Von der Struktur erinnern sie etwas an typische Jugendromane, was sie aber definitiv nicht sind. Aber auch eher das Gegenteil von „Herr der Ringe“, „Game of Thrones“ und Co., sowohl was die Art der Geschichten, ihren Hintergrund, den Umfang als auch den Erzählstil betrifft.
  Bei Trilogien ist oft der mittlere Teil am schwächsten, hier nicht. Hier ist der erste Teil sehr gut, der Zweite am noch deutlich besser und der dritte Teil etwas schwächer als der Erste. Der erst 2019 erschienene vierte Teil „In an Absent Dream“ ist hier natürlich noch nicht enthalten.
  Ein Lob ist für die deutsche Ausgabe im Fischer Verlag fällig. Er dreht die Unart der meisten Verlage, englischsprachige Fantasy-Romane in zwei Teile aufzuteilen um und bringt drei englische Originale in einem deutschsprachigen Buch heraus. Und das bei der deutschsprachigen Erstausgabe eines internationalen Bestsellers und nicht einer Neuauflage eines Klassikers als Sammelband.

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