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T. Coraghessan Boyle
Das Licht
(Outside Looking In)

Hanser
2019
Übersetzt von Dirk Gunsteren
384 Seiten
ISBN-13: 978-3446261648
€ 25,-


Von Alfred Ohswald am 30.01.2019

  In „Das Licht“ behandelt Boyle zweit Themen, denen er sich schon öfter gewidmet hat: Romanbiographien und Drogen. Der porträtierte Persönlichkeit in „Das Licht“ ist Timothy Leary, der allerdings bis etwa zur Hälfte des Buches nur Tim genannt wird. Und da Leary in erster Linie als LSD-Guru bekannt war, geht es natürlich auch um diese Droge.
  Das erste Kapitel erzählt dann auch folgerichtig von der Entdeckung dieser Substanz durch Albert Hofmann 1943 und seinen berühmten Selbstversuch.
  Der Rest des Romans erzählt von der Begegnung des wissenschaftlichen Assistenten Fitz, seiner Frau und seinem Sohn mit Professor Leary. Schnell zieht der sie und eine Gruppe weiterer Personen in seinen Bann. Und neben dem ausgeprägten Charisma Learys ist da natürlich noch die Attraktivität von LSD, dass zwar nicht direkt süchtig macht aber durch seine nicht zu unterschätzende Wirkung doch zum weiteren Konsum verleitet. Boyle zeigt schnell, wie die Gruppe um Leary sektenartige Strukturen aufzuweisen beginnt und die Droge auch die Persönlichkeit der Hauptfigur Fitz zu beeinflussen beginnt und seine Familie dabei in die Brüche geht. Wie in „Drop City“ wirft er einen ausgesprochenen entlarvenden und desillusionierten Blick auf die Drogenszene der frühen 60er-Jahre.
  Boyle hält sich allerdings nicht immer streng an die Fakten, schließlich ist „Das Licht“ in erster Linie ein Roman. Die Probleme beim Grenzübertritt von Learys Tochter Susan finden etwa keine Erwähnung. Auch erfährt man hier nur einiges aus einem bestimmten Ausschnitt von Learys Leben, nämlich Harvard, Mexiko und schließlich Millbrock. Sowohl bei Hofmann als auch bei Leary beschreibt Boyle die Ereignisse immer aus der Sicht einer anderen Person. Bei Hofmann seiner Laborantin Ramstein, bei Leary den oben schon genannten Fitz und ab und an auch seiner Frau Joanie.
  „Das Licht“ gehört zweifellos zu Boyles gelungeneren Werken, wobei man bei ihm wohl nur schwer von irgend einem seiner Bücher als misslungen schreiben kann. Er reicht vielleicht nicht ganz an seine genialsten Meisterwerke, wie „World‘s End“ oder „Wenn das Schlachten beginnt“ heran, aber viel fehlt nicht.
  Man wird sicher noch in nächster Zeit öfter von dem Buch in dem Medien zu hören und sehen bekommen, nicht zuletzt durch Dennis Scheck.

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