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Claudia Piñeiro
Der Privatsekretär
(Las Maldiciones)

Unionsverlag
2018
Übersetzt von Peter Kultzen
320 Seiten
ISBN-13: 9783293005341
€ 22.00, FR 30.00, €[A] 22.70


Von Alfred Ohswald am 25.01.2019

  Román, ein junger Mann in Argentinien, bewirbt sich eher uninteressiert und lustlos auf ein Inserat der relativ neuen, politischen Partei Pragma. Zu seiner Überraschung bekommt er den Job und steigt ziemlich rasch zum Privatsekretär des Parteichefs auf.
  Obwohl er sich eigentlich keine großen Illusionen über das Geschäft der Politik in seinem Land macht, geht es doch hinter den Kulissen und von ihm vorerst unbemerkt noch brutaler und rücksichtsloser zu, als von ihm vermutet. Und es stellt sich dann heraus, dass auch hinter seiner Anstellung ein völlig unvermutetes Motiv steckt.
 
  In erster Linie ist „Der Privatsekretär“ ein Politthriller der nicht übermäßig reißerischen aber auch nicht zu geruhsamen oder harmlosen Art. Die Kulisse, vor der der Kern der Haupthandlung abläuft, ist ziemlich erwartungsgemäß beschrieben, nur eben jene der Haupthandlung selbst und einiger Nebenschauplätze bieten sehr wohl Überraschungen.
  Interessant sind auch fast alle Charaktere, wenn auch nur in Ausnahmefällen wirklich Abweichungen von den Erwartungen geschehen, dann aber zumindest in einem Fall um so überraschender.
  Eigentlich das zentrale Thema des Romans, neben den Abgründen der Politik natürlich, ist der unwahrscheinlich starke Einfluss der Esoterik, ja der Magie auf die Gesellschaft und damit auch auf die Politik in Südamerika, in diesem Fall speziell Argentinien. Und die Einstellung zur Vaterschaft spielt auch eine schlussendlich wichtige Rolle.
  Auf allen möglichen Wegen wirken Segen oder Flüche, magische Steine oder Stofffetzen unterschwellig auf die Menschen ein, obwohl sie es meist in der Öffentlichkeit niemals zugeben würden. Und dieser Einfluss ist selten positiver Natur. Leser, die dieser Thematik eher positiv gegenüberstehen, könnten sich also über die Prämisse des Buches ärgern und sollten vielleicht die Finger davon lassen, obwohl ihnen dabei zweifellos etwas wirklich Lesenswertes entginge.

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