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André Georgi
Die letzte Terroristin

Suhrkamp
2018
361 Seiten
ISBN-13: 978-3518467800
€ 14,95


Von Alfred Ohswald am 18.01.2019

  Die letzten Reste der dritten und letzten Generation der RAF verüben in Deutschland des Jahres 1991 nicht lange nach der Wende noch immer ihre mörderischen Anschläge. Gerade wurde der Chef der Deutschen Bank Opfer eines dieser Attentate.
  Zur gleichen Zeit versucht Treuhandchef Dahlmann die Betriebe der Ex-DDR möglichst korrekt in Privatbesitz zu überführen und macht sich damit bei weiten Teiler der dortigen Bevölkerung äußerst unbeliebt. Dadurch wird er auch ein perfektes nächstes Ziel für die RAF, die sich dadurch erhofft, bei dieser Bevölkerung Sympathien zu gewinnen.
  Sandra war einst Studienkollegin von Dahlmanns Tochter und erlangt dadurch den heißbegehrten Posten seiner Sekretärin. Sie begleitet den überall streng geschützten Manager auf allen geschäftlichen Terminen und Reisen und erfährt dadurch auch das eine oder andere Geheimnis.
 
  Georgi, ursprünglich als Drehbuchautor tätig, schrieb jetzt mit „Die letzte Terroristin“ nach „Tribunal“ seinen zweiten Roman und wieder einen Thriller. In diesem Fall rund um die letzten Anschläge der RAF nach der Wende. Neben der ausgesprochen spannenden Beschreibung der Vorbereitung und Ausführung dieser Anschläge und der Jagd der BKA-Beamten nach den wenigen, noch aktiven Terroristen sticht besonders die Beschreibung der Auswirkung auf die Charaktere dieser Extremsituation positiv hervor. Sowohl der Täter, als auch der Opfer und der Ermittler und deren aller persönlichen Umfeld.
  Georgi beherrscht es, sowohl einen Pageturner als auch einen stilistisch bemerkenswerten Roman zu schreiben. Der häufige, gekonnte Perspektivenwechsel zwischen den verschiedenen Protagonisten bringt zusätzliches Tempo und Spannung in die Erzählung.
  Zwar hat Wolfgang Schorlau in seinem ebenfalls recht gelungenen, 2005 erschienenen Erstling „Die blaue Liste“ eine schon sehr ähnliche Thematik abgehandelt, „Die letzte Terroristin“ ist aber eindeutig etwas besser gelungen. Wem die RAF- und Treuhand-Thematik in Form eines Thrillers interessiert, wird zur Zeit kaum besseres auf dem Buchmarkt finden. Wer ein Sachbuch sucht, wird wohl besser zu Stefan Austs „Der Baader-Meinhof-Komplex“ oder einem der zahlreichen anderen Titel greifen.

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