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Andreas Schindl
Paurs Traum

Braunmüller
2018
384 Seiten
ISBN-13: 978-3992002184
€ 24,-


Von Alfred Ohswald am 12.12.2018

  Mitte des 18. Jahrhunderts wächst Leopold Paur in der niederösterreichischen Provinz in der Nähe der Stadt Horn als Sohn eines Dorfrichters auf. Eines Tages träumt er von der Errichtung einer perfekten Stadt, wozu ihm aber sowohl Eignung, Fähigkeiten als auch die entsprechenden Mittel fehlen.
  Durch familiäre Beziehungen gelingt es ihm, die Berechtigung und Mittel für ein Studium der Rechte in Wien zu erlangen. Er schafft den Abschluss des Studiums, heiratet und wird Vater. Allerdings sterben die meisten seiner Kinder sehr jung, nur ein Sohn überlebt die Kindheit Schließlich wird er Mitglied bei einer Freimaurerloge und beginnt wieder über den Bau seiner Stadt nachzudenken. Wozu ihm aber noch immer in erster Linie die Geldmittel fehlen.
 
  Abgesehen vom Handwerklichen Können des Autors beeindruckt insbesondere sein offensichtlicher Rechercheaufwand. Denn dieser Leopold Paur existierte tatsächlich, obwohl bei einem Roman natürlich einiges Fiktionale hinzugedichtet werden müsste. Obwohl viele der aus der Zeit stammenden Bezeichnungen den Lesern heute weitgehend fremd sein dürften (etwa „Remedium“, „Halb-Berline“, „pleno titulo Publikum“ ect.), bemüht er sich sonst verständlich zu bleiben, was ihm meist wegen des Kontextes zumindest andeutungsweise leidlich gut gelingt.
  Eingeflochten sind auch einige Kapitel mit dem Jesuit und Missionar in Südamerika Martin Dobritzhoffer, die sich allerdings nicht so recht in die Haupthandlung einfügen mögen.
  Obwohl eigentlich wenig Handlung die Spannung vorantreibt, liest sich der Roman besonders wegen der bildlichen Beschreibung der damaligen Lebensumstände angenehm flott und interessant. Seltene kleine Nachlässigkeiten kann man bei dieser Fülle an Fakten wohl hintan stellen. So wusste man zur damaligen Zeit nichts von acht Wandelsternen (wohl eher fünf) und der Auftritt des Marquis Saint Germain passen entspricht wohl auch mehr den um ihn rankenden Legenden und würden darum besser in einen phantastischen Roman und in kein sonst so akribisch der Historie verschriebenen Werk.

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