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Andreas Brandhorst
Ewiges Leben

Piper
2018
699 Seiten
ISBN-13: 9783492061339
€ 16,99


Von Alfred Ohswald am 03.12.2018

  Unsterblichkeit – zumindest was Alter und Krankheit betrifft – ist durch die Firma Futuria knapp vor der Verwirklichung, tatsächlich gibt es im Geheimen aber schon einige Unsterbliche. Was für die gesamte Menschheit geplant war, wird tatsächlich nur für eine ausgesuchte Elite umgesetzt.
  Vor diesem Hintergrund planen die Star-Reporterin Sophia und ihr Kollege Borris eine Reportage zum Jubiläum Futurias und stoßen bei den Recherchen dazu auf Ungereimtheiten. Sophia ist allerdings selbst tödlich erkrankt und würde ohne die Behandlung durch Futuria innerhalb kürzester Zeit sterben. Weitere Protagonisten sind Papst Pius XIII. - Nachfolger von Papst Franziskus - und sein Mörder, der religiöse Fanatiker Jossul. Jossul nennt eine ungewöhnliche Fähigkeit sein eigen mit deren Hilfe er eine internationale Terrororganisation leitet.
 
  Der wohl produktivste unter den erfolgreichen deutschsprachigen Science-Fiction-Autoren widmet sich in „Ewiges Leben“ einigen recht klassischen Themen einer Dystopie. Neben der im Titel angesprochenen Thematik spielt auch Künstliche Intelligenz und Virtuelle Realität eine wichtige Rolle und auch sonst in absehbarer Zukunft erwartete Entwicklungen – etwa autonomes Fahren und allgegenwärtige Drohnen – kommen zu ihrem Recht.
  Brandhorst ist in erster Linie ein Erzähler und Geschichten-Konstrukteur, weniger ein ausgefeilter Wortkünstler. Wer sich also literarischen Feinschliff erwartet, liegt hier zumindest weitgehend falsch. Besonders Anfangs sind auch die Charaktere doch etwas eindimensional geraten, Bösewichte bleiben es weitgehend bis zum Ende oft mit wenig überzeugender Motivation. Auch sonst erreicht „Ewiges Leben“ nicht ganz die Qualität des genialen „Die Stadt“, kann aber durchaus zu den zahlreichen gelungenen Romanen Brandhorsts gezählt werden.
  Wer spannend erzählte und geschickt konstruierte Dystopien zu schätzen weiß, sollte mit „Ewiges Leben“ kaum etwas falsch machen können. Brandhorst gehört zu den deutschsprachigen Autoren, die über längere Zeit locker mit den meisten internationalen Bestsellerautoren aus dem Genre Science Fiction mithalten können.

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