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Liza Cody
Lady Bag

Ariadne
2017
Übersetzt von Else Laudan und B. Szelinski
320 Seiten
ISBN-13: 978-3867542289
€ 14,-


Von Alfred Ohswald am 05.11.2018

  „Lady Bag“ ist wohl mindestens ebensosehr eine Milieu-Studie als ein Krimi. Die Heldin ist eine obdachlose und schwer alkoholkranke Bettlerin in London, das, was man in Österreich eine „Sandlerin“ nennen würde. Unter Alkoholeinfluss – was beinahe ständig der Fall ist – redet sie mit ihrem Hund, der ihr dann – und NUR dann – auch antwortet.
  Als sie ihren Ex-Geliebten sieht, der eigentlich für ihren Absturz verantwortlich ist, verfolgt sie ihn und versucht seine derzeitige Geliebte vor ihm zu warnen. Dabei wird sie n einen Mordfall verwickelt und dabei selbst schwer zusammengeschlagen.
 
  „Lady Bag“ ist wohl der Krimi mit der ungewöhnlichsten Hauptfigur, die mir persönlich bisher unter die Augen gekommen ist. Weit ab jeder Sozialromantik zeigt Liza Cody, dass ganz unten auf der sozialen Leiter dschungelartige Zustände herrschen und Geld eher eine wichtigere Rolle spielt, als im gutbürgerlichen Umfeld. Insbesondere, da es dringend für Alkohol und diverse andere Drogen dringend benötigt wird, wird von den Meisten ohne Rücksicht hartnäckig um jeden Penny gekämpft. Sparen ist in diesem Umfeld unmöglich, da Geld oder Eigentum innerhalb kürzester Zeit geraubt oder zumindest gestohlen wird.
  Eine besonders tragischen Aspekt bekommt der Roman durch die teilweise nicht unbeträchtliche psychische Beeinträchtigung – vorwiegend aber nicht nur durch Alkohol – der Hauptfigur und Erzählerin. Nicht zuletzt deshalb ist es um so beachtenswerter, dass Cody es trotzdem schafft, eine in sich stimmigen und auch spannenden Krimi zu erzählen. Naheliegenderweise sollte man sich allerdings kein Happy-End erhoffen.
  Wer also gerne etwas liest, dass die üblichen Krimi-Pfade verlässt, sollte unbedingt zu Liza Cody greifen. Die Krimi-Handlung selbst sticht vielleicht nicht so außerordentlich hervor aber die Charaktere umso mehr!

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