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Juli Zeh
Neujahr

Luchterhand Literaturverlag
2018
192 Seiten
ISBN-13: 9783630875729
€ 20;-


Von Alfred Ohswald am 26.10.2018

  Henning, verheiratet mit Theresa und Vater zweier noch ziemlich kleiner Kinder verbringt mit diesen über Neujahr seinen Urlaub in Lanzarote auf den Kanarischen Inseln. Bei einer Fahrradtour geht ihm mehr oder weniger sein Leben durch den Kopf. Besonders unangenehm sind dabei, obwohl alles in allem leidlich gut läuft, seine immer wieder kehrenden Panikattacken. Eigentlich sollte die Fahrradtour ihm etwas gegen diese Panikattacken helfen aber wirklich funktionieren wird es nicht so recht.
  Am Ziel seiner Fahrradtour springt dann der Erzähler plötzlich vollkommen in die Perspektive seiner Kindheit zurück, wo er ein Familiendrama und die Ursache seiner Panikattacken wieder erlebt.
 
  Es ist ein Roman über Familie, über die Beziehung zwischen Eltern und besonders Geschwistern und über Erinnerungen. Insbesondere Letzteres ist das zentrale Thema des Buches. Wobei vermutlich die Erkenntnisse der Forscherin Julia Shaw über die Manipulierbarkeit von Erinnerungen ein Anstoß zu dem Buch oder zumindest einigen Einfluss darauf hatte.
  Betrug – sonst ein relativ häufiges Thema in der Literatur – wird in „Neujahr“ weniger, ja fast nebenher abgehandelt.
  „Neujahr“ reicht vielleicht nicht ganz an Juli Zehs bisheriges Meisterwerk „Unterleuten“ heran, ihr Erzähltalent macht aber auch dieses insgesamt eher schmale Buch absolut lesenswert. Ihr hervorstechendes Talent zur Charakterbeschreibung macht sich auch in „Neujahr“ positiv bemerkbar, wenn auch in erster Linie nur beim Hauptcharakter Henning. Die wichtigsten Nebenfiguren, wie seine Frau und seine Schwester, werden eben nur aus seinem Blickwinkel beschrieben.

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