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Gerhard Loibelsberger
Schönbrunner Finale

Gmeiner Verlag
2018
384 Seiten
ISBN-13: 978-3839222102
€ 15,-


Von Alfred Ohswald am 19.10.2018

  Wien Ende 1918, der 1. Weltkrieg geht zu Ende und in der Hauptstadt der Donaumonarchie herrscht Mangel an fast allen lebensnotwendigen Dingen, insbesondere an Nahrungsmitteln. Die mörderische Spanische Krippe tut ihr Übriges. In diesem Umfeld treiben auch Deserteure ihr Unwesen, darunter der gefährliche,recht skrupellose Zach und der Tscheche Husak.
  Selbst ein Mord bringt die Hauptfigur Oberinspektor Nechyba eher wenig aus der Ruhe. Genau genommen ist er mehr mit der Beschaffung diverser Nahrungsmittel auf mehr oder weniger illegalen Schleichwegen und dem Warten auf seine Pensionierung beschäftigt. Nur ganz am Ende wird er direkt in die Ereignisse rund um die Abdankung Kaiser Karls verwickelt und sogar die Mörder ereilt ihr Schicksal auf die eine oder andere Art und Weise.
 
  Obwohl als historischer Krimi deklariert, widmet sich der Roman auch ziemlich ausführlich den historischen Ereignissen, wenn auch zu einem nicht geringen Teil durch zeitgenössische Zeitungsartikel, die Nechyba & Co. im Kaffeehaus lesen. Ebenfalls viel Raum wird den zunehmen üblen Lebensumständen in der Habsburger-Metropole am Ende des Krieges eingeräumt.
  „Schönbrunner Finale“ scheint der letzte Roman Loibelsbergers mit seinem Helden Nechyba zu sein. Auf jeden Fall ist er der Gelungenste. Insbesondere die häufig eingestreuten Altwiener Dialektwörter sind hier eine atmosphärisch und stilistisch ausgesprochen gelungene Bereicherung. Für Leser, die des Wienerischen kaum oder gar nicht mächtig sind, gibt es fast immer eine Übersetzung in den Fußnoten.
  Und übrigens ein sehr patriotischer, österreichischer Roman aber ohne auch nur einen Hauch Nationalismus.

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