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Éric Vuillard
Die Tagesordnung
(L'Ordre du Jour)

Matthes & Seitz
2018
Übersetzt von Nicola Denis
128 Seiten
ISBN-13: 978-3957575760
€ 18,-


Von Alfred Ohswald am 02.07.2018

  Vuillard beschreibt in seinem kurzen Buch die Anfangszeit der Nazis, genauer fast ausschließlich den mehr oder weniger freiwilligen Anschluss Österreichs. Schuschnigg, der letzte österreichisch Bundeskanzler der Zweiten Republik, der den von seinem Vorgänger Dollfuß eingeführten totalitären Ständestaat fortsetzte, kommt dabei ziemlich schlecht weg. Nur Anfangs und am Ende kommt ein kurzer Abschnitt über die Finanziers der Nazis aus der reichsdeutschen Industrie und dem Bankenwesen.
  Ein wenig erinnert er dabei an Stefan Zweig, wenn er auch mehr und deutlich subjektiver kommentiert. Aber in der Kürze und der Konzentration auf die tatsächlichen historischen Ereignisse und Personen gleichen sich die beiden Autoren durchaus.
  Wobei Vuillards Erzählung teilweise etwas anekdotenhaftes anhaftet. Das augenfälligste Beispiel ist die kurze Episode, in der Lord Hallifax bei einem Besuch in Deutschland Hitler mit einem Bediensteten verwechselt und ihm seinen Mantel überreicht.
  Über die Form kann man streiten, als durchschnittlich historisch Interessierter erfährt man durchaus noch einiges Neues, so etwa die gar nicht so reibungslose und von Pannen begleitete Besetzung Österreichs. Allerdings ist das Preis-Leistungs-Verhältnis des Buches wirklich denkbar mäßig! Bei der Hardcover-Ausgabe kann man es ja verstehen, da dabei die Seitenanzahl für die Kosten eine eher geringe Rolle spielt, aber beim E-Book?

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