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Frank Schätzing
Die Tyrannei des Schmetterlings

Kiepenheuer & Witsch
2018
736 Seiten
ISBN-13: 978-3462050844
€ 26,-


Von Alfred Ohswald am 24.06.2018

  Luther Opuku ist Untersheriff im ländlichen, etwas verschlafenen Hinterland Californiens. Eine bei einem Sturz in eine Schlucht zu Tode gekommene Frau stellt sich bei näherer Untersuchung als wahrscheinlicher Mordfall heraus. Die Frau arbeitete auf einen großen Forschungsgelände eines Computerriesen, der sich vorwiegend mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt. Luther verdächtigt den dortigen Sicherheitschef, etwas mit dem Fall zu tun zu haben, und der flieht durch den riesigen, unterirdischen Komplex. Luther verfolgt ihn, kommt durch einen kugelförmigen Raum über eine Brücke und dadurch in Teufels Küche. Er findet sich zeitlich versetzt als Doppelgänger in einem fast identischen Paralleluniversum wieder.
 
  In erster Linie handelt der Science-Fiction-Thriller „Die Tyrannei des Schmetterlings“ von einem weit fortgeschrittenen Computer und obwohl er in der jetzigen Zeit spielt, ist er heutiger Technik weit voraus. Dieser Teil ist auch gut gelungen, so zeigt er den Unterschied zwischen der US-amerikanischen und der europäischen Mentalität sehr gut auf. Wo sich die US-Amerikaner fragen, wie etwas funktionieren könnte, fragen sich die Europäer gerne, warum nicht.
  Leider treibt Schätzing das Science-Fiction-Thema noch deutlich weiter und konfrontiert seine Protagonisten mit Quanten- und Stringtheorie und den dort theoretisch möglichen Paralleluniversen. Wie diese auch nur ansatzweise abseits mathematischer und bei theoretischen Physikern jemals auch nur ansatzweise durch Experimente beweisbar sein könnten, bleibt er naturgemäß schuldig.
  Wäre er bei der Künstlichen Intelligenz geblieben, ein Thema mit wahrlich reichlichen Möglichkeiten, wie schon zahllose Autoren gezeigt haben, hätte es ein wirklich gelungener Thriller werden können. So reicht er leider nicht an seinen Bestseller „Der Schwarm“ heran. Wäre Schätzing beim zentralen Thema der Künstlichen Intelligenz geblieben, hätte das den Roman vermutlich nicht geschadet, im Gegenteil. Schätzing schaut sich ab und an auch gerne etwas bei anderen Autoren ab, wogegen ja nicht viel zu sagen ist, so lange es nicht zu offensichtlich und gut gemacht ist. Michael Crichtons „Beute“ stand etwa mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einer kleinen Szene in „Die Tyrannei des Schmetterlings“ Pate.

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