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Yrsa Sigurdardóttir
Geisterfjord
(Ég man ðig, 2010)

Fischer
2011
Übersetzt von Tina Flecken
368 Seiten
ISBN-13: 978-3596192731
€ 10,99


Von Alfred Ohswald am 09.04.2018

  Die drei Reykjavíker Katrin, Lif und Gardar reisen in eine gottverlassenen Gegend in Island, um dort ein altes Haus zu renovieren, sind über den Winter aber praktisch allein vor Ort. Bald passieren ihnen eigenartige Begebenheiten und noch seltsamere Begegnungen. Ein ungewöhnlicher Junge taucht auf, der eine Geistererscheinung zu sein scheint und alles andere als gutartig zu sein scheint.
  Zu gleichen Zeit ermitteln an einem anderen Ort die Polizistin Dagný und der Psychologe Freyr in einer Serie von Vandalismus und ungewöhnlichen Todesfällen. Sogar Freyrs verschwundener kleiner Sohn scheint mit der Sache zu tun zu haben. Überaus rätselhaft.
  Gegen das Ende zu stellen sich immer die Verbindungen zwischen den scheinbar völlig unabhängigen Ereignissen her.
 
  Die beiden Handlungsstränge werden die längste Zeit immer abwechselnd in einem Kapitel beschrieben, was nicht unerheblich zusätzlich für Spannung sorgt. Nur ganz am Ende wird dieser Rhythmus unterbrochen.
  Als Horrorroman würde man ihn „Geisterfjord“ eher nicht bezeichnen, „Gruselroman“ passt dagegen perfekt, da man wirklich immer wieder versucht ist, sich mit Gänsehaut nach einer vermeintlichen Bedrohung während des Lesers umzusehen. Und das beherrscht das Buch perfekt, ein wahrer Pageturner!
  Obwohl das Setting, eine Gruppe begibt sich in eine menschenleere, abgelegene Gegend und wird dort von etwas Übersinnlichen bedroht, eigentlich typisch für zahlreiche Horrorfilm-Geschichten ist. Der Film „Blair Witch Project“ oder „Tanz der Teufel“ (damals ein legendär schockierender Horrorfilm, heute eher etwas lächerlich) sind nur einige der zahlreichen Beispiele. „Geisterfjord“ unterscheidet sich von derartigen Horror durch eine weit weniger ausgeprägte Grausamkeit und viel mehr subtilen Grusel indem starke Bedrohungen den Protagonisten, insbesondere jenen im Menschenleeren Dorf, im Nacken sitzen.

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