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Mike Mignola / Christopher Golden / Peter Bergting / Ben Stenbeck
Baltimore 2

Cross Cult
2017
Übersetzt von Frank Neubauer
560 Seiten
ISBN-13: 978-3959816151
€ 50,-


Von Alfred Ohswald am 11.02.2018

  Lord Baltimore wurde als Soldat während des 1. Weltkrieges von einem Vampir angegriffen, wehrte ihn ab und verletzte ihn dabei. Als Rache tötete dieser seine Familie und löste die „Seuche“, eine Vampirplage (historisches Vorbild dürfte die Spanische Grippe sein) aus. Davon und vom Kampf Baltimores gegen die Seuche und den Obervampir handelt der erste Band dieses Comics.
  Im zweiten Teil, von dem hier die Rede ist, bekämpfen Baltimore und seine Begleiter den „Roten König“, einen alten, grausamen Gott, und seine wichtigste Anhängerin, die „Blutrote Hexe“, ursprünglich Madame Blavatsky (Interessierte bitte googeln). Es ist ein recht verlustreicher Kampf und deshalb definitiv die letzte Baltimore-Geschichte, zumindest chronologisch.
 
  Der große Unterschied zu Band 1 ist, dass Mike Mignola hier nicht selbst seine unverwechselbaren, holzschnittartigen Zeichnungen beisteuert. Mit Ausnahme von „Der Wolf und der Apostel“ stammen die Zeichnungen immer von Peter Berting und die oft in Rot- und Brauntönen gehaltenen Farben von Dave Stewart und in zwei Geschichten von Michelle Madsen. Die Zeichnungen von Berting und Stenbeck sind deutlich konventioneller, als die von Mignola im ersten Band. Qualitativ (insbesondere bei Stenbeck) absolut hochwertig aber eben nicht besonders charakteristisch, was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. Insbesondere was die Verständlichkeit der ohnehin recht komplexen Geschichte betrifft. Hier würde ein experimentierfreudiger Stil leicht zur Verwirrung der Leser beitragen.
  Zu einem der besten Horrorcomic machen „Baltimore 2“ aber nicht die Zeichnungen, obwohl sie natürlich ihren Teil dazu beitragen, sondern die geniale, episch erzählte Geschichte. Sind Mignolas Stärke sonst seine genialen, oft nur wenige Seiten langen Kurzcomics, so zeigt hier Golden, dass er wahrlich die epische Breite perfekt beherrscht. Von Mignola dürfte außer einem Anteil der Ursprungsidee und dem Cover dieses Sammelbandes hier relativ wenig beigesteuert worden sein.
  Für alle erwachsenen Comic-Fans eine unumschränkte Empfehlung, für Kinder ist es – abgesehen von der Grausamkeit – auch vermutlich schlicht zu komplex. Ungewöhnlich für einen us-amerikanischen Comic ist auch, dass er absolut zu keinem Zeitpunkt in Amerika spielt, sonst bekommt man ja gerne Mal den Eindruck, die Welt bestehe nur aus den USA.

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