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Christian Klinger
Blutschuld
Marco Martins vierter Fall

Stein Verlag
2017
324 Seiten
ISBN-13: 978-3901392788
€ 13;90


Von Alfred Ohswald am 27.01.2018

  Privatermittler Martin weiß gerade nichts Rechtes mit seinem Leben anzufangen, selbst seine Sammelleidenschaft für Überraschungseierfiguren macht ihm keine rechte Freude mehr. Da kommt es ihm äußerst gelegen, dass er eine Auftrag in Triest bekommt. Ein Aufenthalt im Ausland könnte ihm die drohende heraufziehende Midlife-Crisis vielleicht vergessen lassen.
  Was zuerst wirklich harmlos zu werden verspricht, da er nur eine Kommode in einer Mietwohnung in Empfang nehmen soll, stellt sich natürlich als deutlich brisanter heraus. Und eh er sich‘s versieht, ist er Mordverdächtiger. Wo es doch eigentlich um den Handel mit illegalen Antiquitäten geht.
 
  Dieses Mal treibt es Klingers Martin ins benachbarte Ausland nach Triest, in Veit Heinichens Spuren sozusagen. Mit dem Lokalmatador kann er allerdings nicht ganz mithalten, dafür bietet er den Blick eines Fremden auf die Stadt.
  Obwohl er allein nach Triest reist, spielt seine Freundin Anne noch immer eine Rolle, glücklicherweise etwas weniger, als sonst üblich. Denn er ewig schmachtende Martin nervt schon ziemlich, liest man doch einen Krimi und keine Liebesschmonzette.
  Einige Dinge sind wenig durchdacht, was soll etwa die Flucht eines Mordverdächtigen von Triest nach Wien bringen, außer dass er sich noch verdächtiger macht? Da klingt der Satz „Mach dir keine Sorgen, ich bin ein Profi“, den er seiner Freundin kundtut, wie reinste Satire.
  Und dann begeht Klinger noch eine der Sünden von Krimi-Autoren, für die ihre Leser die tiefsten Analphabeten-Höllen vorgesehen haben. Er lässt dem Helden Informationen zuflüstern, die er dem Leser vorenthält. Etwas mehr Mühe hätte er sich schon machen können! Wenn ihm schon nix g‘scheites einfällt, hätte er wenigstens einen geschlossenen Briefumschlag mit der entsprechenden Information postulieren können, den der Held eine Zeit zu öffnen vergisst. Oder – etwas raffinierter – eine verklausulierte Information, deren Inhalt sich erst im entscheidenden Moment eröffnet. Irgend etwas, nur keine solche Leser-Pflanzerei (dt. Verhohnepiepelung). Wobei sich mir bis zu Schluss nicht erschlossen hat, was da geflüstert wurde!?
  Die Quasi-Übersetzung italienischer Sätze ist geschickt gelöst, man versteht sie durchweg aus dem Kontext. Einige abgedruckte Tagebuchauszüge sind übrigens in einem nicht gerade leserfreundlichen Zeichensatz abgedruckt, keine glückliche Wahl!
  Trotzalledem bleibt es ein gut lesbarer Krimi, eher noch eine Steigerung z seinen Vorgängern.

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