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Lukas Pellmann
Ehrenrunde
Der vierte Fall für Vera Rosen und Moritz Ritter

Text/Rahmen
2017
283 Seiten
ISBN-13: 978-3950451009
€ 19,90


Von Alfred Ohswald am 10.12.2017

  An einer wiener Schule überfährt ein Schüler den Schulwart mit einem Rasenmäher-Traktor mehrmals. Chefinspektorin Vera Rosen kommt zufällig dazu und so ist der vermeintliche Täter sofort geschnappt. Aber wie es mit dem Offensichtlichen oft so ist…
  Zumindest vom Polizeiarzt und von der Spurensicherung festgestellte Details lassen erste Zweifel aufkommen. Und die Tatsache, dass der Täter auch erst auf Seite 78 seinen ersten Satz von sich gibt, ist auch nicht gerade hilfreich. Zumal dieser Satz aus nur drei Wörtern besteht, weder in deutscher Sprache noch sonst sonderlich aussagekräftig ist. Dann schweigt er wieder bis Seite 123, wo er wieder einen Satz mit drei Wörtern in lateinischer Sprache von sich gibt.
  Wie sich herausstellt hatte das Mordopfer einen Streit mit dem Ziehvater des vermeintlichen Täters wegen dem bevorstehenden Verlust seiner Wohnung.
 
  Der angesichts der oben beschriebenen Todesursache nicht unpassende Titel „Ehrenrunde“ bezeichnet den vierten Krimi um die beiden wiener Polizisten Vera Rosen und den aus Deutschland stammenden Moritz Ritter. Wie der Vorgänger, zeigt sich auch „Ehrenrunde“ als handwerklich einwandfrei erzählter Krimi. Durchaus modern, da auch hier wieder Whatsapp, Instagram & Co. zum Alltag vieler Protagonisten gehören, allerdings nicht so ausgeprägt, wie im Vorgänger „Instamord“. Die „Vier gewinnt“-Runde in einem Beisl wäre bei den meisten wiener Autoren allerdings garantiert eine Tarock-Runde geworden. Aber Originalität kann man dem Autor schwer zum Vorwurf machen.
  Die Eigenart, die meisten Mitarbeiter Veras und Moritz‘ mit vermeintlich humorigen Adjektiven oder Spitznamen zu versehen, hat Pellmann natürlich auch hier leider nicht abgelegt. Zumal man einen„Rauschebart Tepser“ in Wien eher als „Pözgosch‘n“ (dt. „Pelzmaul“) bezeichnen würde. Ein Fauxpas der vermutlich neben manchen ab und zu nicht sonderlich wienerisch klingenden Formulierungen der Kindheit Pellmanns in Deutschland geschuldet ist. Besonders durch einige bewusst eingestreute wienerische Ausdrücke fallen sie im Kontrast dazu besonders auf.
  Auch seinen Hang zum Skurrilen zeigt Pellmann wieder, waren es in „Instamord“ Gipsabdrücke von Schwangerschaftsbäuchen, so spielen hier kaum weniger absurde Wettkämpfe von Schulwarten eine Nebenrolle.
  Ein Extralob gebührt Pellmann für die ausführliche Recherche zu Wien und der Geschichte einzelner Gebäude und Gegenden. Dabei fiel offensichtlich ein Bonus für den Roman ab. Am Ende des Buches gibt es eine Schnitzeljagd mit 14 Rätsel zum Thema „Freud“. Aus den 14 Antworten darauf wird dann die Lösung gebildet.

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