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Mariana Leky
Was man von hier aus sehen kann

Dumont
2017
316 Seiten
ISBN-13: 978-3832198398
€ 20,-


Von Alfred Ohswald am 02.10.2017

  Luise lebt in der Provinz im Westerwald mit ihrer leicht kauzigen Familie und Freunden. Da ist ihr Vater, der immer davon redet, die Welt hereinzulassen und schließlich konsequenterweise unablässig diese Welt bereist. Daraus resultiert wiederum, dass Luises Mutter ein Verhältnis mit dem Besitzer der örtlichen Eisdiele hat. Ihre Großmutter Selma, die dominierende Persönlichkeit der Familie, hat die eigenartige Gabe, den Tod eines Menschen in ihrem Umkreis vorauszusehen. Sie träumt dann von einem Okapi, kennt aber die Identität des Opfers nicht. Das erste Opfer sollte aber fatalerweise ihr Ehemann Heinrich sein. Und schließlich ist da noch der recht betagte, riesige Hund Alaska, der sich über alle Maßen über die seltenen Besuche ihres Vaters zu Hause freut.
  Es gibt dann noch den heimlich in Selma verliebten Optiker, außerdem den bekehrten Alkoholiker Palm, der jetzt unablässig aus der Bibel zitiert, die abergläubische Elsbeth, die einzelgängerische Marlies, und, bis zu seinem frühen Verscheiden nach einem diesbezüglichen Traum, ihren Freund Martin.
 
  Aus dieser Gemengelage bastelt Leky ihren Roman zusammen. Eigentlich passiert recht wenig und trotzdem kommt keine Sekunde Langeweile auf. Der Grund dafür liegt schlicht in der unterhaltsamen, leichtfüßigen und – nicht zuletzt – humorvollen Erzählweise der Autorin. Man stößt unablässig auf Sätze und Formulierungen, die ein Schmunzeln beim Lesen entlocken. Manchen strengen Rezensenten mag das ab und an etwas zu viel des Guten sein. Wer also schwergewichtigere, ernsthaftere Literatur bevorzugt, mag hier wirklich falsch liegen.
  Mit seinem etwas absurden Personal mag „Was man von hier aus sehen kann“ vielleicht manchen an einen etwas handlungsarmen dafür umso formulierfreudigeren John Irving erinnern, der in der hintersten, deutschen Provinz handelt. Was ja kein gerade geringes Lob bedeutet.

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