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Frank Miller / Klaus Jason / Lynn Varley
Die Rückkehr des dunklen Ritters
(Batman: The Dark Knight Returns)

Panini
2017
Übersetzt von Steve Kups und Jürgen Zahn
228 Seiten
ISBN-13: 978-3741604775
€ 19,99


Von Alemanno Partenopeo am 20.09.2017

  Die vorliegende Graphic Novel „Die Rückkehr des dunklen Ritters“ habe alles „düsterer und erwachsener“ gemacht, was sich bis dahin in der Comicwelt bewegt hatte, schreibt Jürgen Zahn im Vorwort zu diesem Relaunch des aus dem Jahre 1986 stammenden Klassikers. Im Mittelpunkt steht natürlich immer wieder die Frage nach der Resozialisation, also ob die Gesellschaft das wieder gutmachen kann, was in einem Menschen zerbrochen hat. Two-Face ist dafür ein gutes Beispiel, denn eigentlich gilt er als geheilt und Batman möchte ihm vergeben, doch Policecommissioner Gordon macht ihm einen Strich durch die Rechnung und so bekommt Two-Face doch keine zweite Chance. Ein Vorwort von Frank Miller und ein Interview am Ende des Bandes mit Brian Azzarello und Miller ergänzen diese Jubiläumsausgabe zum 30. Geburtstag des erstmaligen Erscheinens von „Die Rückkehr des dunklen Ritters“.
 
  Im Gotham des Jahres 1986 herrscht eine unerträgliche Hitzewelle, die natürlich nicht nur normale Gemüter durchdrehen lässt, sondern vor allem die von Hitzköpfen und Verbrechern wie Two-Face, Joker & Co. „Ironischerweise“ jährt sich gerade die letzte Sichtung des dunklen Ritters zum zehnten Mal. Der Mythos des Verbrechensbekämpfers ist jüngeren Zuschauern gar nicht mehr bekommt, meint die Nachrichtensprecherin im Fernsehen und sie hat Recht: die Stimmung ist trügerisch. Eine tote Katze wird an die Tür einer christlichen Kirche genagelt. Man verdächtigt die sog. Mutanten-Bande, deren Anführer stärker und gefährlicher als sogar Batman sein soll. „Wir müssen daran glauben, dass wir unsere inneren Damönen besiegen können“, meint Policecommissioner Gordon vor der versammelten Presse, aber eigentlich glaubt er nicht an Dr. Wolters, der Two-Face entlassen hat.
 
  Als es zu dem unvermeidlichen Zweikampf zwischen dem Mutantenanführer und Batman kommt, ist Batman zwar wieder da, aber auch er ist gealtert, vor allem sein Körper, weniger sein Wille und hätte er nicht Schützenhilfe von einem ihm noch unbekannten neuen Robin bekommen, wäre er wahrscheinlich besiegt worden, jedoch meinte es das Schicksal noch einmal gut mit dem gealterten Helden. Aber sich in der Bathöhle verstecken, kann die Mutanten nicht besiegen und als ihr Anführer dem Bürgermeister von Gotham City den Kopf abbeisst, heißt es, sich noch einmal zusammenzureißen, auch wenn die müden alten Knochen gar nicht mehr so recht wollen. „Oh, es würden ziemlich üble Zeiten“, meint Frank Miller im Interview über die Achtziger Jahre im Rückblick, „Koch war gerae Bürgermeister und er hat sich alle Mühe gegeben, aufzuräumen. Das Verbrechen grassierte und ich bin selbst ein paar Mal überfallen worden. Ich war auf Hundertachtzig, hab mir einen Clint-Eastwood-Film nach dem anderen reingezogen und wurde vollkommen paranoid.“ Das waren wohl die besten Voraussetzungen für die Schaffung von „Die Rückkehr des dunklen Ritters“, das die Comicwelt nachhaltig veränderte, da plötzlich auch Superhelden ein Privatleben hatten.

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