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Mark Millar / Steve McNiven
Wolverine
Old Man Logan

Panini
2010
200 Seiten
ISBN-13: 978-3866074620
€ 19,99


Von Alemanno Partenopeo am 05.04.2017

  „Das sind nur noch Erinnerungen, Abe. Die trage ich überall bei mir. Meine Familie lebt hier nicht mehr“, sagt Wolverine am Grab seiner Frau und Kinder und am Ende eines spektakulären Comicabenteuers, das alle bisherigen Genregrenzen sprengt und somit neue Wege für die Zukunft der Superhelden-Graphic-Novel eröffnet. In einem Crossover-Mix aus Western, Superheldencomic und Mad-Max-Endzeit-Apokalypse schufen Millar und McNiven ein Werk von großer visionärer Kraft, dass alle bisherigen Superheldencomics in den Schatten stellt. Vor 50 Jahren fiel die zivilisierte Welt den vereinten Superschurken in die Hände. Nunmehr wird die USA von Banner, Kingpin und Skull regiert und die meisten Superhelden sind tot. Auch Wolverine, der im Banner-Land lebt, hat sich zurückgezogen und lebt als friedlicher Farmer, denn er hat das Trauma, alle unschuldigen X-Men getötet zu haben noch nicht übertaucht. Als sein Freund Hawkeye kommt und ihm einen Job anbietet, kommt dieses Angebot gerade recht, da die Banner-Söhne seine Familie bedrohen und er sich nur mit Geld davon freikaufen kann. Hawkeye bietet ihm eine Belohnung wenn er in einem speziellen Spiderman-Auto eine heiße Fracht durch das Kingpin-Land schmuggelt. Wolverine denkt, dass es sich dabei wohl um Drogen handelt, aber im Lande von Skull angekommen, erwarten ihn gleich mehrere böse Überraschungen.
 
  Besonders überzeugend ist den Autoren auch die Schilderung der Apokalypse und deren bildnerische Umsetzung gelungen. So haben etwa sog. Moloids den Planeten Erde langsam unterhöhlt und so ganze Städte verschwinden lassen. Ghostriders treiben ebenso ihr Unwesen wie Dinosaurier, die – zunächst als Haustiere gehalten – sich mit Banners Green Trash Proleten verbünden. Auch etwas „Thelma & Louise“ ist in dieser Erzählung, wenn die beiden alten Freunde Hawkeye und Wolverine in Spiderman’s Jeep in den Sonnenuntergang auf eine Klippe zusteuern. Eigentlich braucht Hawkeye ihn ja nur zum Steuern, denn er hat den Grauen Star und ist blind. Nur durch sein gutes Gehör können seine Pfeile ihr Ziel noch treffen. Das Ambiente und Setting der vorliegenden Graphic Novel sind nicht nur zeichnerisch sondern auch erzählerisch apokalyptisch gelungen, etwa wenn Punisher und Daredevil gnadenlos zwei Dinosaurier-Gladiatoren zum Fraß vorgeworfen werden und das düstere feindselige Publikum seinem neuen Cäsaren, Kingpin, applaudiert. Selbst Mount Rushmore trägt das Profil eines neuen Herren endlich erfahren wir auch, warum Wolverine seine Klingen nicht mehr benutzen will. Eigentlich will Wolverine nur mehr Logan von Hawkeye genannt werden, aber wer diesen nervenaufreibenden Comic bis zum Schluss durchsteht wird feststellen müssen, dass es zumindest zu einer Geburt kommen wird: der Wiedergeburt von Wolverine. Und vielleicht auch dem kleinen grünen Hulk-Boy. „Die Vergangenheit tut nur weh, wenn wir uns von ihr einholen lassen...“

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