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T. Coraghessan Boyle
Die Terranauten
(The Terranauts)

Hanser
2017
Übersetzt von Dirk van Gunsteren
608 Seiten
ISBN-13: 978-3446253865
€ 26,-


Von Alfred Ohswald am 25.01.2017

  Ein Mann – nennen wir ihn GV – hat eine Vision. Er will mitten in der Wüste eine riesige Kuppel bauen lassen, in der acht Mensch völlig isoliert von der Außenwelt zwei Jahre überleben sollen. Sofort anschließend soll die nächste, gleich große Mannschaft wieder für zwei Jahre rein. Mit Hilfe einiger großzügigen Spenden macht er diesen Traum wahr. Die erste Mannschaft hat es dann allerdings nicht ganz so geschafft, wie es gedacht war.
  Jetzt steht die zweite Mannschaft vor ihren zwei Jahren Isolation. Acht Männer und acht Frauen stehen vor der Endauswahl, nur die Hälfte darf rein. Ramsay Roothoorp, ein Kommunikationsexperte und ausgesprochener Frauenheld, schafft es, ebenso die Nutztierexpertin Dawn Chapman. Die asienstämmige Linda Ryu schafft es nicht. Und damit beginnen die persönlichen Irrungen und Wirrungen der drei.
 
  Boyles Stärke ist das Beschreiben von Charakteren und ein oft wiederkehrendes Lieblingsthema der Umweltschutz, darum ist dieses Setting mit dem geschlossenen Biotop geradezu archetypisch und eine perfekte Spielwiese für ihn. Wobei er sich hier wirklich stark auf die drei Hauptcharaktere konzentriert und die Handlung ausschließlich abwechselnd aus jeweils einer ihrer Perspektiven erzählt. Andere Charaktere werden zwar nicht komplett ignoriert, spielen aber auch keine wirklich wichtige Rolle.
  „Die Terranauten“ zählt sicher zu den genialeren Romanen Boyles, wie etwa „Wenn das Schlachten vorbei ist“, was bei ihm wirklich viel bedeutet. Hier kann er sich in diesem ziemlich geschlossenen Umfeld mit seinen Figuren austoben. Keiner der drei ist ein wirklicher Sympathieträger, vielleicht für manche Leser mit Ausnahme Dawns. Aber sie weist auch ausgesprochen egoistische Züge auf. Umgekehrt werden die meisten Macken der drei auch verständlich, wenn sie aus ihrer Sicht beschrieben werden.

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