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Georg Ransmayr
Der arme Trillionär
Aufstieg und Untergang des Inflationskönigs Sigmund Bosel

Styria
2016
320 Seiten
ISBN-13: 978-3222135354
€ 24,90


Von Alfred Ohswald am 03.10.2016

  Als Textilunternehmer belieferte Sigmund Bosel im ersten Weltkrieg Flüchtlingslager, um seine ersten Millionen zu verdienen. In der ersten Republik wurde er dann neben dem berühmt-berüchtigten Camillo Castigloni zum großen Inflationsgewinner durch Spekulationen. Schließlich schaffte er es sogar zum Eigentümer und Präsident der angesehenen Unionsbank. Durch seine großzügigen Spenden schien er einige Zeit vor juristischer Verfolgung sicher. Eine Spekulation auf den französischen Franken brachte ihn um den Großteils seines Vermögens und hinterließ eine ordentliches Schuldenloch. Als schließlich die politische Führungsschicht wechselte, brachte ihn der PSK-Skandal für ein Jahr hinter Gitter.
  Danach reiste er nach Frankreich aus, kehrte aber wegen irgend eine Erledigung noch mal nach Wien zurück. Dort erlebte er den Einmarsch Hitlers und wurde als Jude natürlich erneut hinter Gitter gebracht, wo er schwer erkrankte. Auf dem Transport nach Riga wurde er vom SS-Mann Alois Brunner nach brutaler Misshandlung erschossen.
 
  Georg Ransmayr drehte für die ORF-Sendung „kreuz und quer“ die Dokumentation „Der Massenmörder und der Trillionär“, bei der er offensichtlich mehr Dinge recherchierte, als in einer Fernsehdokumentation unterzubringen sind. So scheint diese doch recht ausführliche Biographie entstanden zu sein. Allerdings spielt hier „Der Massenmörder“ Brunner nur eine Nebenrolle, über den es aber ohnehin bereits mehrere lesenswerte Bücher gibt.
  Wie ausführlich Ransmayr recherchiert hat, zeigen nicht zuletzt die wirklich umfangreichen Quellenangaben nach jedem Kapitel und am Ende des Buches.

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