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Mark Twain
Von Adam bis Vanderbilt
Dreizehn verrückte Amerika-Geschichten

tredition
2011
Übersetzt von Heinrich Conrad
256 Seiten
ISBN-13: 978-3842418431
€ 14,90


Von Alfred Ohswald am 27.01.2014

  Wer Mark Twain nur von „Tom Sawyer und Huckelberry Finn“ kennt, hat einen weitgehend falschen Eindruck von diesem Autor. Diese Erzählungen bieten da ein viel klareres Bild mit ihrer Mischung aus oft heftiger Gesellschaftskritik und der satirischen Ader des Autors. Twain beherrscht wie viele anglo-amerikanische Autoren besonders die Kurzstrecke ganz hervorragend. Wegen der Entstehungszeit darf man sich allerdings nicht am Frauenbild und den aus heutiger Sicht einigermaßen rassistischen Ausdrucksweise stören.
  In „Adams Tagebuch“ beklagt sich dieser über ein seltsames Wesen, das plötzlich in seiner bisher so perfekten Welt auftaucht. „Der Roman einer Eskimo-Maid“ handelt von der Relativität von Reichtum und „Mein Reisegefährte, der Reformator“ von einem Mann, der fast alle Probleme mit geschickter Diplomatie löst. Bei „Ein Tischgespräch“ wird ein Reisender an der Nase herumgeführt, „Die Geschichte des Hausierers“ macht sich über die Sammelleidenschaf der Menschen lustig und in „Was mir der Professor erzählte“ erzählt, wie ein vermeintlicher Viehhändler in die Fänge professioneller Spieler gerät. In „Eine wahre Geschichte“ erzählt eine ältere schwarze Frau ihr wechselvolles Schicksal und „Wie Hadleyburg verderbt wurde“ erinnert stark an Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“, obwohl es umgekehrt wohl zutreffender wäre. „Der große Rindfleisch-Kontrakt“ ist eine Satire über die Bürokratie und „Der gestohlene weiße Elephant“ über die Polizei. Worum es in „Tom Sawyer als Detektiv“ geht erklärt sich wohl aus dem Titel. „Eine Geschichte ohne Ende“ handelt von einer solchen, die unmöglich befriedigend zu Ende erzählt werden kann und „Eduard Jackson und Vanderbilt“ schließlich handelt von einem Streich an einem gutmütigen und gutgläubigen Mann, der ihm dann unerwartet zum Vorteil gereicht.

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