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Robert Harris
Intrige
(An Officer and a Spy)

Heyne
201
Übersetzt von Wolfgang Müller
624 Seiten
ISBN-13: 978-3453268784
€ 22,99


Von Alfred Ohswald am 12.12.2013

  Wieder einmal erzählt Harris eine historische Begebenheit in seinem neuen Roman. Dieses Mal handelt es sich um die berühmte Dreyfus-Affäre im Frankreich des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Der jüdische Offizier wird zu Unrecht und nicht zuletzt aufgrund eines weitverbreiteten Antisemitismus der Spionage beschuldigt und verurteilt.
  Der Roman setzt mit der öffentlichen Degradierung und Verbannung auf die berüchtigte Teufelsinsel von Dreyfus 1895 ein. Marie-Georges Picquart wird auf Grund seiner Rolle bei dieser Verurteilung zum Chef des französischen Geheimdienstes befördert. Bald entdeckt er Ungereimtheiten in dem Fall und beginnt mit Nachforschungen, obwohl ihm seine Vorgesetzten deutlich erklären, dass sie derartiges nicht wünschen. Als er sich bei ihnen immer stärker für die Rehabilitierung von Dreyfus einsetzt, gerät er selbst in ihr Fadenkreuz.
 
  Wie bei seinen meisten historischen Romanen – Ausnahmen bestätigen die Regel – hält sich Harris auch hier recht streng an die historischen Tatsachen. Allerdings setzt er mit der Handlung erst bei der Verurteilung ein und erzählt von der Vorgeschichte nur ein Stück in einer einzigen, relativ kurzen Rückblende im Roman. Realistisch zeigt er seinen Helden Picquart mit der für diese Zeit typischen allgemeinen Antisemitismus.
  Das Buch ruft wieder in Erinnerung, dass nicht nur in Deutschland dieser Antisemitismus geradezu eine Art Volkssport war. Und natürlich zeigt es auch die Ignoranz und Unfähigkeit Fehler einzugestehen einer mächtigen Gruppierung.
  Die Handlung entwickelt sich nicht in besonders flottem Tempo aber steigert sich trotzdem unerbittlich und die vage Drohung für die Hauptfigur wird langsam zur Gefahr für Leib, Leben oder zumindest die bürgerliche Existenz.

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