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Jürgen Benvenuti
Leichenschänder

Falter
2013
165 Seiten
ISBN-13: 978-3854395034
€ 9,90


Von Alfred Ohswald am 02.12.2013

  Breitmair ist Fotograf für ein billiges Boulevard-Blatt und wird in dieser Eigenschaft zu einem Tatort eines Mordes gerufen. Dort stellt er fest, dass er das Opfer flüchtig kennt. Er macht seine Bilder und wird kurze Zeit später in seiner Wohnung überfallen und gezwungen, diese Bilder herauszurücken. Doch er hatte bereits Abzüge davon in der Redaktion abgegeben und durchsucht sie nun auf verräterische Hinweise. Auf den ersten Blick findet er aber nichts. Allerdings hat er eine Spur zu dem Mann, der ihn in seiner Wohnung überfallen hatte.
 
  „Leichenschänder“ ist ein geradliniger und flott erzählter Krimi. Die Sprache und die oft nicht unoriginellen und auch witzigen Metaphern sind typisch für den Wiener Dialekt, obwohl das Buch in lupenreinem Hochdeutsch geschrieben ist. So wird etwa nicht der sonst übliche Clown gefrühstückt, sondern ein Kasperl.
  Auch nicht untypisch für Wien ist, dass sich die Hauptfigur fast nur von unfähigen Schwachköpfen umgeben sieht. Nur künftige Mordopfer und den Helden anbaggernde, attraktive Frauen machen da eine Ausnahme. So unterhaltsam die lockere Sprache weitgehend ist, so bewegt sie sich auch knapp an der Grenze am Übertreiben. So lässt sich schon anzweifeln, ob der den Mordfall untersuchende Polizist dann denn ausgerechnet einen Namen wie „Wachtelgruber“ verpasst bekommen musste?
  Benvenuti kommt ohne großartige Verwirrspiele aus, eine einzige kleine Wendung gegen Ende der Geschichte genügt ihm. So besteht nicht die geringste Gefahr für die Leser, sich im Handlungsgestrüpp zu verirren. Auch gibt es nicht die sonst im Krimi oft und gerne zahlreich eingesetzten falschen Verdächtigen, Benvenuti marschiert schnurstracks auf die Auflösung zu. Der Reiz des Buches liegt also weniger in langen Ratereien, wer denn nun der Täter sein, sondern in der Sprache und der Atmosphäre.

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