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Clementine Skorpil
Gefallene Blüten

Argument Verlag
2013
345 Seiten
ISBN-13: 978-3867542128
€ 12,-


Von Alfred Ohswald am 03.05.2013

  Im Jahr 1926 herrschen in China zahllose Warlords und Chiang Kai-shek, Mao Zedong und Zhou Enlai stehen in Shanghai noch ziemlich am Beginn ihrer politischen Karrieren. In diesen chaotischen Zeiten verschwindet die junge und sehr schöne Pflaumenblüte spurlos aus ihrem Dorf nach Shanghai. Ihre Großmutter Ai Ping beschließt, sie zu suchen und zurückzuholen.
  In Shanghai heuert sie den jungen Studenten Lou Mang an, der auch ein begeisterter Anhänger der in China noch recht neuen Kommunisten ist. Aber die Suche wirbelt schnell Staub auf und bringt hochrangige Bandenführer ins Spiel. Was den jungen Lou bald in Teufels Küche, womit hier in die Gefangenschaft des Bandchefs gemeint ist, bringt.
  Aí Ping gelingt es erneut, Hilfe zu finden. Dieses Mal ist es der pensionierte Beamte Wei Long, dem die Sache aber auch wenig Glück bringt. Der Fall des verschwundenen Mädchens wird dabei immer komplizierter und zieht immer weitere Kreise selbst bis zu einflussreichen Europäern.
 
  Skorpils Roman ist eine Mischung aus historischem Politthriller und Krimi. Es ist eine recht verschlungene und mit zahlreichen Stolperstricken ausgelegte Strecke, die der Leser da durch das brodelnde Shanghai zurücklegen muss, das aber gleichzeitig eine wenig wie ein Dorf ist, weil fast jeder jeden kennt. Für den durchschnittlichen Leser machen es die doch ungewohnten chinesischen Namen auch nicht unbedingt leichter, auch wenn sie von der Autorin gut unterscheidbar gewählt wurden. Aber das bisschen Mühe – und schlimmstenfalls kurze nachschlagen im kurzen Namensregister am Anfang des Buches – wird durch die wirklich farbenfrohe, niemals langweilige Geschichte locker aufgewogen.
  Geschickt ist auch die Auswahl von zwei Hauptfiguren mit extrem unterschiedlichen Blickwinkeln. Der junge, idealistische Student, der in Europa studiert hat und die alte, sehr in Traditionen gebundene Ai Ping, die den verschiedenen Erscheinungsformen des modernen Lebens oft recht ratlos gegenübersteht. Dabei entstehen dann manches Mal auch nicht unwitzige Situationen, wenn etwa Ai Ping ein Bild von Karl Marx für eine Art Pferdegott hält.

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