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Georg Haderer
Schäfers Qualen

Haymon
2009
272 Seiten
ISBN-13: 978-3852185989
€ 19,90


Von Alfred Ohswald am 13.04.2013

  Ein Mord geschieht praktisch auf einem Gipfelkreuz in der Nähe von Kitzbühl. Zur Unterstützung wird ein etwas sonderlicher Polizeimajor namens Schäfer aus Wien dort hinbeordert. Er kommt gerade zurecht zum Auffinden einer weiteren Leiche, die dieses Mal einbetoniert wurde. Natürlich sind die Kitzbühler Polizisten nicht begeistert, dass sie einen Vorgesetzten aus Wien vor die Nase gesetzt bekommen. Schäfer verbrachte in Kitzbühl seine Kindheit und Jugend, was ihm zu einigen noch immer funktionierenden Kontakten verhilft aber auch weniger erfreuliche Erinnerungen an den Tag befördert.
 
  Der Held ist zwar ein wenig exzentrisch aber im Vergleich zu vielen anderen österreichischen Krimiautoren fällt er nicht wirklich aus dem Rahmen. Die Krimihandlung hat zwar ein paar ungewöhnliche Morde aufzuweisen, was in dem Genre aber ebenfalls keine Überraschung ist.
  Positiv fällt der gekonnte Erzählstil auf. Nicht auffallend ungewöhnlich, wie etwa Wolf Haas, mit dem anscheinend so ziemlich jeder Krimiautor in Österreich unwillkürlich verglichen wird, sondern geradlinig konventionell aber handwerklich wirklich gekonnt formuliert.
  Humor wird sehr sparsam und wenn, dann nur mit hintergründiger feiner Klinge und unaufdringlich eingesetzt. Wenn etwa aus dem stadtbekannten Säufer der anti-anonyme Alkoholiker wird (im Text wirkt es besser!).
  Ein Schnitzer fällt dann doch ins Auge: Warum nur nennte Haderer eine in Österreich einmal aktiv werdende Figur aus den Randbereichen der RAF Andreas Rader(!)? Na ja, zumindest verschont er die Leser mit einer Gudrun Insslin oder Ulricke Meierhof…
  Dieser vergleichsweise harmlose Patzer drückt aber keineswegs auf die hohe Qualität des Krimis. Nur sollten sich Leser keinen Wolf Haas oder Alfred Komarek erwarten.

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