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Karl H. Schlesier
Ulzanas Krieg, die Weißen nannten ihn Josanie
Der letzte Kampf der Apachen
(Josanie's War: A Chiricahua Apache Novel, 1998)

TraumFänger Verlag
2011
Übersetzt von Jana Färber
368 Seiten
€ 22,50


Von Alfred Ohswald am 04.04.2013

  Ulzana war einer der Apachen, die mit Geronimo, Nana, Naiche u.a. einen der letzten Ausbruchsversuche aus den Reservaten mit ihren unmenschlichen Lebensbedingungen schafften. Als einige Frauen und Kinder ihrer Gruppe gefangengenommen wurden, versuchen sie von Mexiko aus einen Befreiungsversuch. Dieses als „Ulzana’s Raid“ bekannte (und verfilmte) Unternehmen stellte sich als unmöglich heraus und stattdessen überfielen sie ein Lager der mit den Soldaten verbündeten Indianer-Scouts. Nach ihrer Gefangennahme ordnete der Präsident der USA selbst den Bruch des bei der Kapitulation ausgehandelten Vertrages an.
 
  In diesem Buch werden die damaligen Ereignisse einmal aus der Sicht der Indianer beschrieben und der Autor belegt mit Zitaten aus historischen Dokumenten zwischen en Kapiteln, dass große Teile der Weißen die Indianer schlicht ausrotten wollten und auch alles unternahmen, um diese Absicht umzusetzen. Von privaten Aufgeboten bis zu Prämien für Skalps auch von Frauen und Kindern. Hier wird allerdings auch bestritten, dass die Apachen Gefangene folterten, was viele Historiker wahrscheinlich anders sehen würden. Nicht e6rwähnt wird hier auch, dass Ulzana selbst auch einmal als Scout gegen das eigene Volk kämpfte.
  Generell wäre weder die amerikanische noch die mexikanische Armee trotz unvorstellbarer Überlegenheit der Handvoll Krieger mit ihren Familien habhaft geworden, wären sie nicht von zahlreichen Indianer-Scouts unterstützt worden. Der Dank der USA war, dass sie meist nach den Kämpfen in denselben Reservaten und Gefängnissen landeten, wie ihre kürzlich besiegten Gegner.
  Leider verstand es der Autor nicht, diese faszinierende Geschichte in ein wirklich spannendes Buch umzusetzen. Er beherrscht sein Handwerk durchaus und erzählt die Geschichte von Scharmützel zu Hinterhalt und zu Pferderaub aber es schafft es nicht, einen Spannungsbogen aufzubauen. In diesem Punkt ist es meilenweit von Dee Browns „Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses“ oder „Du folgtest dem Falken, Amayi“ entfernt.

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