Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Axel Bojanowski
Nach zwei Tagen Regen folgt Montag
und andere rätselhafte Phänomene des Planeten Erde

DVA
2012
224 Seiten
ISBN-13: 978-3421045348
€ 14,99


Von Hans Durrer am 02.11.2012

  "Nach zwei Tagen Regen folgt Montag" ist ein lehrreiches Buch mit faszinierenden Geschichten aus der Geoforschung. Mein Bild von der Geologie ist geprägt von einem Bekannten, der auf meine Frage, weshalb er Geologie studiert habe, geantwortet hatte: 'Weil man da so fantastisch spekulieren darf.' Gut möglich, dass er das gar nicht so gesagt, doch das ist, was ich erinnere.
  Das will nicht heissen, dass die Geologie eine Sache für Spinnerte sei, das will heissen, dass es auf unserem Planeten ganz viel Unerklärliches gibt, die man mit den herkömmlichen wissenschaftlichen Methoden bisher nicht hat erklären können. Und davon erzählt der Diplom-Geologe und Wissenschaftsjournalist Alex Bojanowski, der für 'Spiegel Online' schreibt, in diesem Buch.
 
  Schon mal von Bomben aus Eis gehört, die vom Himmel fallen? Das kommt vor, doch sehr selten. Und wie ist das möglich? Die Forscher sind einigermassen ratlos. Und das meint: Natürlich gibt es mehr oder weniger plausible Erklärungsversuche über die Ursachen, doch keine Einigkeit.
  "Nach zwei Tagen Regen folgt Montag" ist voll von Beispielen, die einen staunen machen. Eis-Hurrikane im Nordmeer? Ja, doch, dabei handelt es sich um eisige Wirbel, die mit 30 Grad unter Null riesige Wellen übers Meer jagen. Megawasserfälle im Atlantik? Forscher glauben, dass zwischen Grönland und Norwegen und vor Neufundland Unmengen von Wasser mehrere tausend Meter tief von der Oberfläche senkrecht zu Boden fallen.
  Man lernt einiges in diesem Buch. So war mir zum Beispiel neu, dass sich die Meere entsprechend der Schwerkraft verformen, die Kontinente hingegen nicht, sie bleiben starr. "Vor Indien etwa liegt der Meeresspiegel dauerhaft 120 Meter tiefer als normal, die vergleichsweise geringe Anziehung der Erde in der Region verursacht eine weiträumige Delle im Wasser – die Wassermassen zieht es in Gebiete höherer Anziehung. Seefahrer bemerken aber nichts von dem Tal, es erstreckt sich über ein derart grosses Gebiet, dass es mit blossem Auge nicht erkennbar ist. Die Schiffe müssen keine Energie aufbringen, um aus der Delle herauszufahren, weil überall an der Meeresoberfläche das gleiche Schwerepotential herrscht."
  Immer mal wieder verschwinden Inseln von den Seekarten und tauchen neue aus dem Meer auf. Steine wandern durch die Gegend etc. etc. Dass es solche Phänomene gibt und wir uns über sie wundern, klar doch, das versteht sich. Axel Bojanowski beschreibt jedoch nicht einfach diese Phänomene, sondern er erläutert, wie Forscher versuchen, Erklärungen zu finden. Anders gesagt: er klärt darüber auf, wie wissenschaftliche Forschung abläuft und lässt den Leser an ihren Ergebnissen teilhaben. Im Falle der wandernden Steine zitiert er die Geologin Paula Messina: "Das Ergebnis ist faszinierend: es gibt keines."
 
  Ausführlich befasst sich Bojanowski mit der Klimaforschung und hält fest:"Auch wenn viele Fragen zum Klima noch umstritten sind, steht eines fest: Es ist wärmer geworden, auch in Mitteleuropa; ein neues Klima hat sich eingestellt." Im Schlusskapitel zeigt er anhand von aktuellen statistischen Daten aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, dass manches, was wir vom Wetter zu wissen glauben, revidiert werden muss. Ein Beispiel: Die sonnigsten Orte Deutschlands liegen im Norden und nicht im Süden.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.