Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
David Ignatius
Das Netzwerk
(Siro, 1991)

Rowohlt
2009
Übersetzt von Tanja Handels und Thomas Merk
668 Seiten
ISBN-13: 978-3499249082
€ 9,95


Von Alfred Ohswald am 29.06.2011

  Dieser amerikanische Spionagethriller handelt von einem Versuch des US-Geheimdienstes CIA, in den asiatischen Staaten (Kasachstan, Turkmenien, Usbekistan usw.) der Sowjetunion den Anschein von muslimischen oder nationalistischen Unruhen zu erwecken. Damit soll der KGB in Unruhe versetzt werden und sich im Verfolgen dieser Chimäre möglichst aufreiben. Die Handlung bietet zwar keine überraschenden Wendungen und ist somit wenig originell, allerdings sind die Charaktere recht gut gezeichnet.
  Es ist die Zeit, als die Sowjets in Afghanistan einmarschieren und der Iran amerikanische Botschaftsangehörige als Geißeln nimmt. Und vor allen ist es noch die Zeit des kalten Krieges und noch weit hin bis zum Anschlag auf die Zwillingstürme 9/11. Für einen amerikanischen Spionageroman ist es aber relativ wenig übertrieben patriotisch. Kein Vergleich mit Tom Clancy & Co. aber auch nicht ganz an die Meister vom Schlage eines John le Carré heranreichend.
 
  Die Hauptfiguren sind ein in Istanbul stationierter, schon etwas zum Zynismus neigender CIA-Angehöriger mittleren Alters und eine junge, engagierte Agentin, die gerade erst ihre Arbeit beim Geheimdienst begonnen hat. Sie werden von einem alten Haudegen für eine recht spezielle Angeheuert, die ohne Wissen ihrer Vorgesetzten über die Bühne gehen soll.
  Wobei die junge Agentin sich als die eigentliche Hauptfigur entpuppt. Der Umstand, dass sie osmanische Geschichte studiert hat, wird für etliche kurze historische Rückblicke in die Geschichte der Türkei benutzt. Auch über die Geschichte der damaligen asiatischen Sowjetrepubliken erfährt man einiges.
 Obwohl insgesamt die historischen Tatsachen recht gut recherchiert sind, kommt es dabei doch zu vereinzelten Fehlern. So hat Richard Löwenherz während der Kreuzzüge nicht die gesamte Bevölkerung von Akre töten lassen (Seite 387), sondern alle gefangenen moslemischen Krieger.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.