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Frédéric Bertocchini (Text) / Jef (Grafik)
Jim Morrison
Poet des Chaos
(Jim Morrison – Poète du Chaos, 2010)

Splitter
2011
Übersetzt von Tanja Krämling
128 Seiten
ISBN-13: 978-3868693379
€ 16,90


Von Alfred Ohswald am 05.06.2011

  Eine Biographie als Comics gleicht meist mehr einer Filmdokumentation als einem Buch. Sie konzentriert sich notgedrungen auf wenige Schwerpunkte und setzt ein gewisses Grundwissen voraus, dass man sich aber zur Not schnell und einfach im Internet heraussuchen kann. Mit der eher umfassenden Information einer Biographie in Buchform hat das eher wenig zu tun und zur filmischen Dokumentation besteht der Hauptunterschied in den fehlenden Kommentaren diverser Zeitgenossen usw.
  Frédéric Bertocchini wählt hier die Rückschau als Erzählform und streift meist nur recht oberflächlich über das Leben des Superstars der 68er-Generation. Der Sänger und Songwriter der Doors war ein überaus exzentrischer Mensch, immer heftig wankend am schmalen Grad zwischen künstlerischem Genie und ausuferndem Alkoholismus. Hier viele Worte über Jim Morrison zu verlieren, wäre wohl wenig sinnvoll, da wohl nur Leser dieses Comics kaufen werden, die ihn schon kennen und sich bereits ein Bild über ihn gemacht werden haben. Der Comics wird wohl im besten Fall neue Gedankenanstöße dazu anregen können.
  Der Zeichenstil ist ein mit Kohlestift gezeichnetes recht schattenbetontes Schwarz-Weiß, eigentlich fast das Gegenteil zum psychedelischen Stil der Zeit von Morrison und den Doors. Aber über die Qualität der Zeichnungen kann man nichts Negatives sagen und sie passt ausgezeichnet zur Thematik des Buches. Allerdings betont sie die generell vorherrschende, durchgehend recht triste Atmosphäre. Von der Aufbruchsstimmung dieser Zeit ist hier absolut nichts mehr spürbar, die Zeichnungen lösen eher den Eindruck der letzten Jahre der Apokalypse aus. Für die Person Jim Morrison trifft dies schließlich ja auch zu.

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